Wer sucht was und wo?

TRIER. (rm.) Wo in Trier können sich mittelständische Betriebe ansiedeln? Antworten auf diese Frage soll künftig eine gesicherte fortschreibbare Datenbasis liefern, die der Stadtrat auf Antrag der SPD einmütig gefordert hat. Die Umsetzung soll nun die Stadtverwaltung in die Wege leiten, die ihrerseits ein unabhängiges Institut beauftragen will.

Am Anfang stand ein SPD-Antrag Grundlagen-Erhebung aller Handwerksbetriebe in Trier, um einen gesicherten Überblick zu Standortproblemen zu erhalten. "Handwerksfirmen beklagen zu wenig Flächen zum Um- oder neu Ansiedeln", erläuterte Fraktionschef Friedel Jaeger. "Wir wollen aber keine abschließende Auflistung. Die Befragung und Erhebung soll so aufgebaut sein, dass sie regelmäßig aktualisiert werden kann." Berücksichtigt werden sollen neben dem alten Bahn-Ausbesserungswerk und der ehemaligen Kaserne am Nells Ländchen auch die in absehbarer Zeit frei werdenden Jäger- und General-von-Seidel-Kaserne sowie Gewerbeflächen der Firma Triwo auf dem früheren Flugplatzgelände Euren. Die anderen Fraktionen zeigten sich im Grundsatz einverstanden, plädierten aber dafür, die Zukunftsanalyse nicht auf das Handwerk und auf Flächen in Tallage zu beschränken. Für Christdemokraten und Liberale gehöre auch das Gewerbegebiet Irsch (BI 6) und der geplante Handwerkerpark Feyen dazu - so er denn komme und vom der Land unterstützt werde, erklärten Thomas Albrecht (CDU) und Thomas Egger (FDP). Zudem sollte der übrige Mittelstand mit einbezogen werden. Deshalb gehöre neben der Handwerkskammer (HWK), wie von der SPD angeregt, auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) mit ins Boot. Ins selbe Horn stieß Manfred Maximini, der den Antrag der Sozialdemokraten begrüßte und zugleich kritisierte, die Verwaltung sei früheren Forderungen seiner UBM nach Bestandsaufnahmen nur halbherzig nachgekommen. Anja Matatko freute sich "über den Sinneswandel, der hier gerade stattfindet". Auch die Grüne hätten bereits Bedarfsanalysen gefordert - bislang erfolglos. Es sei "absolut begrüßenswert, wenn eine solche Untersuchung kommt", erklärte Wirtschaftsdezernentin Christiane Horsch. OB Schröer kündigte an, die Stadt werde sich - wie beim Wissenschaftspark Petrisberg, bei dem die Fraunhofer Management-Gesellschaft involviert war - eines anerkannten Instituts bedienen: "Damir haben wir gute Erfahrungen gemacht."

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