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Bäckerinnung zeigt ihren Beruf
Krapfen statt Klassenarbeit

 Gesellinnen brachten köstliches Gebäck mit.
Gesellinnen brachten köstliches Gebäck mit. FOTO: Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg
Schweich. Die Bäckerinnung hat ihren Beruf an der Realschule plus in Schweich vorgestellt

Schwer zu sagen, ob die Schüler mehr an dem Bäckerberuf oder an den Gebäckstücken interessiert waren. Aber sie waren alle aus eigenem Interesse und freiwillig da, als die Bäckerinnungen Trier-Saarburg und Mosel-Eifel-Hunsrück-Region in der Stefan-Andres-Realschule plus in Schweich ihr Handwerk vorstellten. 35 Schüler der achten und neunten Klasse waren gekommen.

Einen Einblick in den Beruf gaben Hans-Peter Kohr, Obermeister der Bäckerinnung Trier-Saarburg, Raimund Licht, Obermeister der Bäcker­innung Mosel-Eifel-Hunsrück-Region, Jenny Lutz, Diplom-Ingenieur Lebensmitteltechnik und Lehrlingswart der Bäckerinnung Trier-Saarburg, und Berufsschul-Fachkundelehrer Bernd Kunsmann. Die Kreishandwerkerschaft wurde von Geschäftsführer Olaf Fackler vertreten.

Ein Thema waren unter anderem die Arbeitszeiten. Bäcker beginnen meist zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens. Da muss man natürlich der Typ für sein. Daniela Orlemann, Bäcker-Auszubildende im zweiten Lehrjahr, hat damit keine Schwierigkeiten. Statt morgens nach der Arbeit geht sie am Abend ins Bett, um noch etwas vom Tag zu haben. Um zwei Uhr ist sie dann in der Bäckerstube. Neben Orlemann waren noch die Lehrlinge Sabrina Mertes und Natascha Werno bei der Berufsinformationsveranstaltung. Sie brachten auch mehrere Bleche Gebäckstücke für die Schüler mit – vor allem Krapfen.

Für Orlemann war es das erste Mal, dass sie sogenannte Siedegebäcke alleine hergestellt hat. Die Gebäckstücke hatte sie vorher mit neun anderen Lehrlingen beim Praxistag in der Bäckerei Dietz gebacken. Bäckerlehrlinge in der Region haben neben der Arbeit in ihrem Bertrieb und neben der Berufsschule zehn Praxistage im Jahr in der Berufsschule oder in verschiedenen Bäckereien. Dort haben sie dann die Möglichkeit, ohne Zeitdruck etwas zu lernen oder zu üben, für das im Produktionsalltag schwer Zeit zu finden ist. Statt mit Fertigmehlen und Maschinen zu arbeiten, machen die Lehrlinge dort alles klassisch von Hand.

Sowohl Willi Günther, Schulleiter der Berufsbildenden Schule Bernkastel, sein Stellvertreter Peter Kampa als auch der Schulleiter der Realschule plus, Jürgen Nisius, und sein Stellvertreter Guido Antony waren „sehr überrascht“ über das große Interesse der Schüler.