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Kunst für graue Flure

Kunst? Hier entlang bitte: Reinhold Spitzley und Jens Kaiser präsentieren die Flure, die im Rahmen des Kunstwettbewerbs verschönert werden sollen. TV-Foto: Frank Göbel
Kunst? Hier entlang bitte: Reinhold Spitzley und Jens Kaiser präsentieren die Flure, die im Rahmen des Kunstwettbewerbs verschönert werden sollen. TV-Foto: Frank Göbel
Derzeit vollendet sich der Umzug des kompletten Vereins Palais in das Mehrgenerationenhaus am Balduinsbrunnen: Die neuen Bewohner wollen das graue Gebäude jetzt verschönern und rufen daher zum Kunstwettbewerb auf. Von unserem Mitarbeiter Frank Göbel

Trier. "Das ist ja im Moment noch etwas trist", urteilt Reinhold Spitzley über den Eingangsbereich des Mehrgenerationenhauses, und man kann dem Geschäftsführer des Vereins Palais nur recht geben.

Weder außen noch innen hat der graue Klotz aus den 20er Jahren das Zeug zu Deutschlands nächstem Topmodel: Die Fassade des sehr funktional gestalteten Zweckbaus ist mit einem wenig anheimelnden grauen Putz versehen, die Gänge und Flure versprühen denselben Charme wie das Wort "Reichsbahndirektion" - die hatte nämlich ursprünglich hier ihren Sitz. Danach befand sich ein Gericht in dem Gebäude, die Gestapo verfolgte und quälte hier im Nationalsozialismus.

Mit dem Nestwärme-Verein, der Ehrenamtsagentur oder dem Multikulturellen Zentrum ist inzwischen ein völlig anderer, schöpferischer Geist in das Gebäude geweht. Auch der Verein Palais ist nach und nach mit all seinen Abteilungen in das Gebäude gezogen - ein "offener Bereich" befindet sich etwa im Parterre. Speziell im ersten Stock möchten Spitzley und seine Mitarbeiter Farbe in die weiß-graue Ödnis der ehemaligen Amtsflure bringen: Daher startet das Palais einen Wettbewerb: Junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren sind aufgerufen, sich kreativ zu betätigen. Eingereicht werden können Werke wie Fotos, Zeichnungen, Malereien oder Collagen. Aber auch Dreidimensionales, also Skulpturen und Objekte, können an den Wänden befestigt werden. Selbst Graffiti sind theoretisch denkbar: "Schon aufgrund von Denkmalschutzbestimmungen können wir die Wände selbst zwar nicht bearbeiten", sagt Spitzley, aber eine Lösung, wie sie im offenen Bereich schon realisiert wurde, sei denkbar: Da wurde einfach auf eine große Holzplatte gesprüht, die dann an der Wand befestigt wurde.

Der Wettbewerb wird gefördert mit Mitteln aus dem Bundesprogramm "Xenos", welches das Ziel verfolgt, Demokratiebewusstsein und Toleranz zu stärken und Fremdenfeindlichkeit und Rassismus abzubauen. Darum sollen die eingereichten Ideen und Arbeiten sich mit dem Thema "Integration und Vielfalt" befassen, indem sie zum Beispiel "Begegnungen von Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Kulturen" darstellen, wie Spitzley ausführt. Wer zwar eine Idee hat, aber nicht genau weiß, wie er diese umsetzen soll, dem wird geholfen: Begleitend zum Wettbewerb findet in der Skaterhalle in der Aachener Straße ein Kunstkurs statt: Stefan Becker hilft mit seinem vielfältigen Know-how weiter, und das jeden Dienstag von 17.30 bis 19 Uhr.

Einsendeschluss ist der 18. Oktober. Die schönsten, aussagekräftigsten Werke werden am 29. Oktober prämiert. Einsendungen können geschickt werden an den Palais e.V., Christophstraße 1, 54290 Trier. Weitere Informationen bei Sandra Grau oder Jens Kaiser, Telefon 0651/41061, oder per E-Mail an info@palais-ev.de