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Wettbewerb
Mit Teamgeist, Filz und Ordnerhüllen in die Hauptstadt

Die Zwölftklässler von der BBS für Wirtschaft Trier starten in der kommenden Woche mit ihrer Schüler-Firma Sew case beim Bundeswettbewerb des Junior-Projekts.
Die Zwölftklässler von der BBS für Wirtschaft Trier starten in der kommenden Woche mit ihrer Schüler-Firma Sew case beim Bundeswettbewerb des Junior-Projekts. FOTO: TV / Björn Pazen
TRIER. Für das Trierer Schüler-Unternehmen Sew Case steht in der kommenden Woche das Bundesfinale des Junior-Projekts in Berlin auf dem Programm. Von Björn Pazen

Am Mittwochabend haben sie ihre Schülerfirma zum Schuljahresende offiziell abgewickelt, aber in der kommenden Woche steht für die Zwölftklässler der BBS für Wirtschaft in Trier noch der große Höhepunkt an. Mit ihrem Unternehmen Sew Case vertreten sie Rheinland-Pfalz als Landessieger beim Bundesfinale des Junior-Projekts. „Damit hatten wir niemals gerechnet“, sagt Laura Traut, neben Markus Grünen Vorstand von Sew Case. Am kommenden Donnerstag steht der große Präsentationstag an, 15 andere Landessieger sind die Konkurrenten, nachdem sie am 15. Mai in Mainz den ersten Platz im Land belegt hatten.

„Eigentlich ist Berlin eine Drei-Tages-Veranstaltung, aber die Schulleitung hat uns die Verlängerung auf eine Woche erlaubt“, sagte Grünen bei der abschließenden Hauptversammlung von Sew Case in den Räumlichkeiten der Sparkasse Trier mit einem Augenzwinkern in Richtung Schulleiterin Gabriele Groß. Seit dem Start des Schuljahrs haben sich die Schüler in ihrer Freizeit als Unternehmen organisiert, verschiedene Abteilungen aufgebaut, Aktien verkauft – und schließlich ihre Ideen zum Produkt gemacht: Sew Case steht für Schüler-Utensilien wie Ordnerhüllen mit integriertem Mäppchen, Handyhüllen oder Schlüsselanhängern aus Filz. Zudem gibt es einen Prototyp mit integrierter Solarzelle als Energiequelle der eingebauten Powerbank. 98 Ordnerhüllen wurden verkauft. „Damit sind wir absolut zufrieden“, sagt Traut. Freuen durfte sich auch die Organisation „Sternenkinder“ in Trier, denn ein Euro pro verkaufter Hülle wurde gespendet. Und es wird noch mehr werden: Da die Aktionäre bei der Hauptversammlung auf die Auszahlung ihrer Anteilsscheine zugunsten Spende und Kosten der Berlinfahrt verzichteten und einige Eltern sogar weitere 500 Euro für die Berlinfahrt spendeten, kommt ein weiterer stolzer Betrag für „Sternenkinder“ zusammen.

„Wenn wir im echten Leben einmal Unternehmer werden sollten, werden wir auch nicht nur an den Gewinn denken, sondern uns für die Gesellschaft einsetzen“, sagte Grünen. Diese Erkenntnis war nur eine von vielen, die die Zwölftklässler aus dem Junior-Projekt mitnahmen. „Wir haben uns so viele Kompetenzen angeeignet, vor allem, wie wichtig Teamwork und Kommunikation sind. Ich denke, wir haben alle einen Riesensprung gemacht“, sagte Grünen. „Wir haben das in der realen Wirtschaft umgesetzt, was wir in der Schule gelernt haben“, sagt Traut.

Großes Lob gab es von „den Großen“, wie dem betreuenden Lehrer Jürgen Schmidt, der Sew Case nach Berlin begleiten wird: „Das ist eine ganz tolle Gruppe. Zudem haben sie es hervorragend geschafft, externe Partner mit ins Boot zu holen.“ Die Schulleiterin stieß ins gleiche Horn: „Wir sind wahnsinnig stolz auf euch, ihr habt für mächtig Wirbel gesorgt.“ Und auch Sparkassenvorstand Martin Grünen, Rechnungsprüfer gemeinsam mit dem Volksbank-Vorstand Norbert Friedrich, lobte nicht nur die blitzsaubere Kassenführung, sondern: „Ihr habt 670 Stunden für einen Stundenlohn von 50 Cent gearbeitet und habt absolut verdient den Landeswettbewerb gewonnen. Wir Anteilseigner sind nicht nur stolz, sondern drücken euch alle Daumen.“

Und wie stehen die Chancen beim Bundeswettbewerb? „Das halten wir wie in Mainz, wir sind zurückhaltend, setzen uns nicht unter Druck“, sagt Laura Traut. Wenn es auch in Berlin so läuft wie in Mainz, geht es im Juli nach Belgrad – denn in der serbischen Hauptstadt ist das Europafinale.