Als Nächstes kommen die Wasserbüffel

Als Nächstes kommen die Wasserbüffel

Das Projekt Dauner Maarlandschaft steht vor dem Abschluss. Während eines Pflegeeinsatzes am Weinfelder Maar mit rund 50 Helfern haben sich Umweltstaatssekretär Thomas Griese und Landrat Heinz-Peter Thiel ein Bild über die Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen gemacht.

Weinfeld. "Es ist mittlerweile in den Köpfen drin, dass der Erhalt der Kulturlandschaft den Menschen wichtig ist", betont Anne-Ruth Windscheif vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel (DLR). Beim Projekt Dauner Maarlandschaft habe sich gezeigt, dass das Prinzip des europäischen Leader-Projekts (siehe Hintergrund), "von unten anpacken und zusammenarbeiten", funktioniere, erklärt Windscheif.
Am Weinfelder Maar heulen währenddessen die Motorsägen rund um den Pilatusfelsen. Rund 50 Helfer hätten es sich zum Ziel gemacht, weitere Flächen rund um den Kratersee so frei zu stellen, dass die Ziegen und Esel die Beweidung übernehmen können, erklärt der Biotopbeauftragte des Kreises Vulkaneifel, Gerd Ostermann.
Die größte Gruppe der Helfer bilden an diesem Tag die Adoptiv- und Pflegeeltern aus demVulkaneifelkreis, deren Kinder sichtlich Spaß an der Arbeit in der Natur haben. Mit dabei sind auch der NABU, Mitarbeiter des DLR, Schalkenmehrener Bürger und andere. "Ein toller Einsatz ist das hier, denn dadurch wird ein Denkmal der Kulturlandschaft erhalten", lobt Umweltstaatssekretär Griese. Für Gerd Ostermann ist eines besonders wichtig: "Das Leader-Projekt hat den Anstoß gegeben, aber es geht weiter."
Für das Weinfelder Maar ist geplant, die Ziegenherde im kommenden Jahr zu vergrößern. Auch die anderen Maßnahmen des Projekts Maarlandschaften (siehe Extra) werden fortgeführt und ausgebaut. Als letztes Teilprojekt werde gerade das Trockenmaar westlich der Hohen List renaturiert, erklärt Landschaftspflegerin Windscheif. Auf dem mehr als zwölf Hektar großen Gebiet zwischen Schalkenmehren und Weiersbach wurden Fichten gerodet. Auf der nun freien Fläche soll in den kommenden Wochen eine kleine Herde Wasserbüffel angesiedelt werden, um die Landschaft offen zu halten.
Extra

LEADER klingt englisch, ist aber französisch: Die Abkürzung steht für "Liaisons entre actions de développement de l`'économie rurale". Zu Deutsch: "Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft". Es ist eine EU-Initiative, die es seit 1991 gibt und die modellhafte Aktionen im ländlichen Raum fördert. Von Anfang an dabei ist die LAG Vulkaneifel. In den ersten Förderzeiträumen bis 2006 wurden bereits zahlreiche Projekte gefördert, beispielsweise die Aussichtsplattform in Steineberg, der Wohnmobilstellplatz in Gerolstein und die Heizzentrale für die Dauner Gymnasien. AIXExtra

Beim Projekt "Dauner Maarlandschaft" sind umgesetzt worden: Das kleinste Maar, das Hitsche-Maar, wurde sichtbar gemacht, am Vogelschutzgebiet Sangweiher weiden nun Glanrinder, das Trockenmaar wird von einer Mutterkuhherde beweidet, am Weinfelder Maar halten Ziegen und Esel die Sicht frei, und entlang des Schalkenmehrener Maarufers weidet eine Schaf- und Ziegenherde. Finanziert wurden die Kosten von rund einer halben Million Euro aus Zahlungen des Landes Rheinland-Pfalz, dem europäischen LEADER-Projekt, der Aktion Blau, der Forst- und der Biotoppflege der Naturschutzverwaltung sowie der Stiftung Schalkenmehrener Maar der Familie Friderichs. AIX

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