Bürger kämpfen für Vulkanberge

Bürger kämpfen für Vulkanberge

Im Vulkaneifelkreis regt sich Widerstand gegen den Abbau von Lavagestein. Während Naturschutzverbände schon länger mahnend den Finger heben, beteiligt sich nun auch die Bevölkerung. In Daun ist eine Bürgerinitiative entstanden.

Daun/Bettenfeld. Eine bunt gemischte Gruppe hat sich da im Goldenen Fässchen in Daun zusammengefunden. Naturschützer, Politiker und Menschen, die sich Sorgen um ihre Eifellandschaft machen. Der Plan an diesem Abend: Sie wollen eine Interessengemeinschaft für den Erhalt der Vulkaneifel gründen. Ihr Ziel: den übermäßigen Lavaabbau verhindern.

Das rheinland-pfälzische Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) hat Vorranggebiete zur Sicherung der Rohstoffvorkommen ausgewiesen. Viele befürchten nun, dass die Planungsgemeinschaft Trier, die für die Raumordnung zuständig ist, auf Grundlage dieser Vorschläge die möglichen Abbaugebiete ausweitet. Einen formalen Verein gründen die Teilnehmer an diesem Abend zwar nicht. Allerdings sollen sich fünf Arbeitsgruppen intensiv um das Thema Lavaabbau in der Eifel kümmern.

Eine Gruppe soll sich dabei Aktionen wie geführte Wanderungen zu den Lavabrüchen oder andere Aufklärungskampagnen ausdenken. Eine andere wird die Öffentlichkeit über das Thema zu informieren. Ein Arbeitskreis widmet sich der Aufklärung über das Internet. Einige Aktivisten wollen die Vernetzung mit anderen Gruppen und Unternehmen vorantreiben. Eine weitere Arbeitsgruppe wird sich mit den rechtlichen Grundlagen und den Planungsverfahren auseinandersetzen. Die Initiatoren gehen davon aus, dass die Planungsgemeinschaft Trier bis Ende 2011 Vorranggebiete für den Lavaabbau festlegen wird.

Fraglich bleibt, ob es der Initiative gelingen wird, Solidarität unter den Eifelgemeinden herzustellen. Die Ortsgemeinden profitieren von dem sogenannten Bruchzins. "Manchmal wird die Landschaft für ein Linsengericht verkauft", beklagt Hans Erkert vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Hans-Peter Felten, Sprecher der Naturschutzverbände, sagt: "Die Gewinnung von Lavagestein sollte auf die bestehenden Gebiete beschränkt bleiben. Die Vorlage der LGB weist mehr als 2000 Hektar aus. Derzeit sind es etwa 400."

Mit Dias zeigt Felten klaffende Löcher in zahlreichen Bergen. Einige Gipfel sind schon komplett verschwunden. Wieviel Lava nun tatsächlich im Vulkaneifelkreis abgebaut wird? Vom Baustoffverband Vero waren keine Zahlen zu bekommen, weil er kritische Berichterstattung befürchtet.

Streit um Lavasandabbau hat es bis vor wenigen Jahren auch am Mosenberg bei Bettenfeld gegeben. Doch dies ist Vergangenheit. Der Abbau ist gestoppt, das Gelände wurde zum Vulkanerlebnispark Mosenberg umgestaltet und soll Besucher anlocken, die sich für Vulkane interessieren.ExtraDie Bürgerinitiative für den Erhalt der Vulkaneifel fordert: Dort, wo bisher nicht abgebaut wird, soll auch zukünftig nicht abgebaut werden. Naturschutzgebiete und -denkmäler sollen unangetastet bleiben. Markante Punkte wie der Hohe List bei Schalkenmehren sollen unangetastet bleiben. Es soll größere Tagebaue statt kleiner verstreuter Gruben geben.