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Den Blick richten auf Sorgen und Nöte der Opfer

Den Blick richten auf Sorgen und Nöte der Opfer

Mit der Ausstellung "Wenn alle den Verbrecher jagen, wer bleibt dann eigentlich beim Opfer?" will der des Weiße Ring ein Augenmerk auf die Sorgen und Nöte der Opfer und deren Familien richten. Die Ausstellung in der Schalterhalle der Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel ist noch bis zum 18. September zu sehen.

Daun. (HG) "Mit dieser Ausstellung wollen wir im Rahmen von ,Tatort Eifel', wo fast nur die Täter im Mittelpunkt stehen, auch das Augenmerk auf die Sorgen und Nöte der Opfer und deren Familien richten. Das Krimifestival bietet dafür einen Rahmen, wie er besser nicht sein kann", erklärte Heinz Günter Brill, stellvertetender Landesvorsitzender des Weißen Rings, bei der Ausstellungseröffnung in der KSK.

Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann erklärte: "Es ist für uns wichtig, dass wir den Blick für die Realität nicht verlieren. Neben der Fiktion wollen wir auch auf Gefahren wie Internetkriminalität und die Betreuung der Opfer durch den Weißen Ring bei unseren Veranstaltungen hinweisen."

Seit 1976 gibt es den "Weißen Ring", der sich die Unterstützung von Kriminalitätsopfern und die Verhütung von Straftaten auf die Fahne geschrieben hat. Heute unterstützen 60 000 Mitglieder die Arbeit der Institution, die nur von Spenden, Mitgliedsbeiträgen, Bußgeld und Nachlässen ihre Arbeit finanziert. Staatliche Unterstützung gibt es nicht. Brill: "Ich denke nicht, dass eine finanzielle Unterstützung des Staates sinnvoll wäre, denn dann will man auch überall mitreden, und das wollen wir nicht."

Um rund 700 Fälle kümmerten sich die 25 Außenstellen in Rheinland- Pfalz im vergangenen Jahr. Für den Kreis Vulkaneifel und den Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die Außenstelle in Hillesheim (Koblenzer Straße 13, Telefon 06593/208227) zuständig. Deren Leiter Leo Hens und zehn ehrenamtlichen Mitarbeiter haben in den vergangenen fünf Jahren 175 Opfer und ihre Familien betreut. Fast 25 000 Euro wurden für rechtliche Unterstützung und Hilfe in Notsituationen ausgegeben.

"Es ist mehr geworden, weil sich viele Opfer inzwischen aus der Deckung trauen, das betrifft besonders Sexualdelikte", berichtete Hens. Der Weiße Ring nimmt sich der Situation von Opfern an, kümmert sich um eine erste Rechtsberatung, unterstützt die Wahrnehmung von Opferinteressen, die Sicherung des Lebensunterhalts, aber auch die Schadenswiedergutmachung.

"Es ist nicht immer die materielle Not, die schlimm für die Opfer ist, sondern die menschliche Betreuung ist wichtig und nicht hoch genug einzuschätzen", sagte Brill. Vom Opferentschädigungsgesetz etwa wissen die wenigsten. Wer es nicht kenne, "geht leer aus". Um solche Fragen kümmern sich die Mitarbeiter des Weißen Rings. Die Ausstellung in der KSK bietet die Gelegenheit, sich über die Arbeit des Weißen Rings zu informieren. Vom 14. bis 18. September ist täglich ein Mitarbeiter der Organisation anwesend und beantwortet alle Fragen.