Drohende Katastrophe simuliert und verhindert

Drohende Katastrophe simuliert und verhindert

HILLESHEIM. (red) Bei einer gemeinsamen Großübung haben die Feuerwehren aus Gerolstein und Hillesheim den Ernstfall geprobt. Simuliert wurde ein Tankstellenbrand kurz vor einer drohenden Explosion.

Auf dem Gelände der Raiffeisen-Warenzentrale in Hillesheim: Aus einer defekten Tanksäule ist Kraftstoff ausgetreten, der nur teilweise vom Ölabscheider der Tankstelle aufgenommen werden kann. Es herrscht akute Explosionsgefahr. Gleichzeitig ist im Lagerkeller aus noch ungeklärter Ursache ein Schwelbrand mit starker Rauchentwicklung ausgebrochen. Das Lagerpersonal, das versucht hat, den Brand mit eigenen Mitteln zu bekämpfen, wird vermisst. Wegen des Rauchs und der dadurch bedingten schlechten Sicht hat sich zudem ein Verkehrsunfall ereignet, bei dem drei Personen schwer verletzt werden. Zwei von ihnen sind in ihrem Fahrzeug eingeklemmt. Zwei Schaulustige haben sich, um besser sehen zu können, Zugang zu einem Getreidesilo verschafft und sind durch eine geöffnete Dachluke in das Silo gestürzt… Ein Supergau für die Helfer. Doch glücklicherweise nur die Simulation der inzwischen schon zur Tradition gewordenen Gemeinschaftsübung der Wehren aus Hillesheim und Gerolstein an Karfreitag, bei dem 80 Wehrleute (darunter acht Frauen) im Einsatz waren. Dennoch: Die Übung war für die beteiligten eine große Herausforderung. Die austretenden explosiven Gase mussten mit einem Schaumteppich erstickt werden. Gleichzeitig galt es, ein Eindringen des Kraftstoffs in die Kanalisation zu verhindern. Unter schwerem Atemschutz mussten die vermissten Personen im verqualmten Keller gesucht und geborgen sowie der Brandherd lokalisiert und gelöscht werden. Während die eingeklemmten Unfallopfer versorgt und mit Schere und Spreizer befreit wurden, erfolgte die Rettung der im Silo eingeschlossenen Personen über die Drehleiter. Doch nicht nur die Bewältigung der einzelnen Aufgaben, sondern vor allem die Koordination des gesamten Einsatzes war Sinn der Übung. Ebenso wichtig bei derartigen Übungen ist das gegenseitige Kennenlernen. "In einem Trupp zum Beispiel, der unter schwerem Atemschutz in ein brennendes Gebäude eindringt, muss sich jeder auf den anderen verlassen können. Das setzt voraus, dass man sich kennt", sagte der Hillesheimer Wehrleiter Günter Schnitzler. Der hohe Ausbildungsstand und das große Engagement der Beteiligten sowie das gute Zusammenspiel aber waren die Garanten für ein erfolgreiches Ende. Dafür gab es von den Wehrleiter der beiden Verbandsgemeinden, Karl-Heinz Kunze (Gerolstein) und Günter Schnitzler (Hillesheim), ein dickes Lob. Geleitet haben die Übung die Wehrführer Helmut Schlösser und Andreas Hoffmann, der stellvertretende Wehrführer Günter Leuschen sowie die Zugführer Jürgen Mathar und Hans-Dieter Prüß.