Ein weiterer Kreisel für Gerolstein: Ampelkreuzung an Postbrücke wird diesen Sommer umgebaut

Ein weiterer Kreisel für Gerolstein: Ampelkreuzung an Postbrücke wird diesen Sommer umgebaut

In diesem Frühjahr ist es so weit: Sechs Jahre nach der erstmalig geplanten Realisierung wird die Ampelkreuzung an der Postbrücke in Gerolstein in einen Kreisverkehr umgewandelt. Danach gibt es auf der Hauptverkehrsader Gerolsteins nur noch eine Ampelkreuzung, die den Verkehr aufhält. Sie soll mit dem Neubau der Hochbrücke verschwinden, der für 2019 geplant ist.

Der Umbau der Ampelkreuzung an der Postbrücke in Gerolstein in einen Kreisverkehr ist seit etlichen Jahren Thema in Gerolstein. Hauptziel ist es, den Verkehrsfluss auf der stark befahrenen Bundesstraße 410, der vor allem zu den Stoßzeiten am Morgen und frühen Abend an der Ampel stockt, zu verbessern.
Laut einer Verkehrszählung von 2010 befahren täglich knapp 15 000 Fahrzeuge die Hochbrücke sowie etwas mehr als 10 000 Fahrzeuge die Brunnenstraße in Höhe der Postbrücke - Tendenz steigend.
Spätestens mit dem für 2019 geplanten Neubau der Hochbrücke und der Aufgabe der zweiten Ampelkreuzung in diesem Bereich (an der Einmündung der Bahnhofstraße) soll der Verkehr dann wesentlich besser durch Gerolsteins Hauptverkehrsader fließen.
Zunächst aber soll die Ampelkreuzung an der Postbrücke einem Kreisverkehr weichen. Der Baustart für das Projekt steht kurz bevor, laut Projektbetreuer Ralf Wawers vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein rollen am 18. April die Bagger an. Den Zuschlag für das Vorhaben, das bereits nach zweieinhalb Monaten Bauzeit fertiggestellt sein soll, hat die Firma Backes aus Stadtkyll bekommen.

"Ganz normale Baustelle"

Geplant ist ein Kreisverkehr mit einem Außendurchmesser von 28 Metern. Projektbetreuer Wawers sieht dem Vorhaben trotz des hohen Verkehrsaufkommens gelassen entgegen. Er sagt: "Es ist eine ganz normale Baustelle."
Größte bauliche Herausforderung ist, dass sich die bisherige Ampelkreuzung nicht überall auf Bodenniveau befindet. Vielmehr schließt sich an den künftigen Kreisverkehr die Postbrücke an, zudem muss die Unterführung zwischen Rondell- und Kyllseite beachtet werden.
Künftig werden die Fußgänger um den Kreisverkehrsplatz herumgeleitet. Mithilfe von Mittelinseln auf allen vier Zubringern wird ihnen das Überqueren der Straße erleichtert.
Auch die Beleuchtung wird an dem Verkehrsknotenpunkt komplett erneuert.
Realisiert wird der Umbau in drei Bauabschnitten: Zunächst wird auf der Rondellseite gearbeitet, anschließend auf der Seite von Bahnhof und Post. Der Verkehr wird während der Bauzeit per Ampel an der Baustelle vorbeigeführt. Abschließend kommt es dann kurzzeitig zu einer Vollsperrung: wenn die Asphaltdeckschicht an einem Wochenende komplett aufgetragen wird.Extra

Eigentlich hätte es den Kreisverkehr an der Postbrücke in Gerolstein schon längst geben sollen. Bereits 2009 hat die Stadt Gerolstein entschieden, die Ampelkreuzung durch einen Kreisverkehr ersetzen lassen zu wollen. Baustart war für das Frühjahr 2010 vorgesehen - parallel zum Ausbau der Raderstraße. Der verzögerte sich, im Juni 2010 dann der Rückzieher: Die Stadt sprach sich doch noch gegen den Bau des Kreisverkehrs aus, weil sie angesichts der schlechten Finanzsituation und anderer Großvorhaben (Ausbau Raderstraße, Kindergartenneubau) für den Kreisverkehr kein Geld ausgeben wollte. Der Stadtanteil hätte damals 100 000 Euro betragen. Die folgenden Jahre wurde das Vorhaben nicht mehr weiter verfolgt. Nun die neuerliche Wendung. mhExtra

Die Kosten für den Umbau der Ampelkreuzung an der Postbrücke in Gerolstein in einen Kreisverkehr betragen 366 000 Euro. Davon übernehmen der Bund 362 000 Euro, die VG-Werke Gerolstein 4000 Euro für die Anpassung von Schächten und Hydranten. Die Stadt Gerolstein stellt lediglich neues Gehwegpflaster zur Verfügung. Die Verlegung bezahlt der Bund. Bei der Planung vor sechs Jahren sollte der Kreisverkehr lediglich 200 000 Euro kosten. Dafür hätte die Stadt damals 100 000 Euro tragen müssen. Dass sich dies deutlich geändert hat, liegt laut Projektbetreuer Ralf Wawers vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein am Verkehrsaufkommen der beiden gemeindeeigenen Zubringerstraßen. "Die Stadt wird nur an den Kosten beteiligt, wenn mehr als 20 Prozent des Gesamtverkehrsaufkommens der Kreuzung auf diesen Straßen vorherrscht. Das war damals der Fall, heute nicht mehr." mh

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