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Familienduell im heißen Wüstensand

Familienduell im heißen Wüstensand

Ein Vater und ein Sohn nehmen an einer harten Rallye teil. Zusammen mit ihren Co-Piloten Mathijs Slee und Martin Kiefer kurven Christoph und Volkhard Bangert vom Motorsportclub (MSC) Daun ab 14. Januar durch Europa und Afrika.

Daun. 14 Etappen in 16 Tagen über 8095 Kilometer - und das möglichst schnell: So lautet die Aufgabe für die Piloten Christoph Bangert und Volkhard Bangert bei der Rallye Budapest-Bamako 2012. Vater und Sohn haben sich für dieses Jahr viel vorgenommen. "Wir wollen dieses Jahr ganz vorne mitfahren, sind gut ausgerüstet und vorbereitet", sagt Christoph Bangert.Motorsportliche Abenteuer sind für Christoph Bangert nichts Neues. Im Januar 2010 nahmen er und Slee schon einmal an der Rallye Budapest - Bamako teil. Und beendeten die Tour von Budapest über Slowenien, Italien, Frankreich, auf die Fähre nach Marokko, quer durch Marokko, West-Sahara, Mauretanien, Senegal bis nach Guinea-Bissau in Mali auf dem zehnten Platz. Nach diesem Erfolg entwickelte sich die Idee, mit zwei identischen Fahrzeugen die Amateur-Rallye zu bestreiten. Christophs Vater Volkhard war schnell zu überzeugen. Und auch dessen Copilot Martin Kiefer, der den zweiten Wagen aufgebaut hat, war sofort Feuer und Flamme für das Unternehmen. "Das hier ist eine besondere Herausforderung. Deshalb habe ich auch spontan Ja gesagt", sagt er. In dreimonatiger Arbeit wurde der 25 Jahre alte Landrover Defender 90 neu aufgebaut. Die rund 160 Teilnehmer der Rallye, die überwiegend aus Osteuropa sind, fahren alle das gleiche Fahrzeug. Der Landrover hat 120 PS, einen TDI-Dieselmotor und wiegt beladen rund 2,2 Tonnen. Die Beladung reicht von Toilettenpapier, Spaten, Lebensmitteln, Ersatzteilen, Arztkoffern, GPS- und Funkgeräten, Computern und Telefonen bis zu Feuerlöschern. Für den Einsatz in allen Wetterzonen sind die Fahrzeuge speziell ausgestattet. "Wir haben Sicherheitsausstattungen wie Überrollkäfig, Rennsitze, verstärktes Fahrwerk mit doppelten Stoßdämpfern und speziellen Federn", sagt Christoph Bangert. Der Servicebus mit Marco Bill und Uwe Brand wird die Teams bis nach Budapest und dann die ersten zwei Tage bis nach Norditalien begleiten. Danach sind sie auf sich selbst gestellt. Zwischen 500 und 1000 Kilometer werden am Tag gefahren. "Klar, es ist anstrengend, aber macht auch Spaß. Wir fahren 16 bis 18 Stunden am Tag. Letztes Jahr hatten wir sogar einen Tag, an dem wir 22 Stunden gefahren sind", sagt Christoph Bangert. Bei der Rallye durch Europa und Afrika geht es nicht um die Geschwindigkeit, sondern darum, GPS-Wegpunkte zu finden. "Es ist wie eine Schnitzeljagd für große Kinder. Wer die meisten Wegpunkte anfährt, bekommt die meisten Punkte", sagt Bangert. Allerdings: Für die Sieger gibt es keine großen Geldpreise. "Es gibt nur einen ganz tollen Pokal und Ruhm und Ehre zu gewinnen", sagt Bangert. HGbudapestbamako.org