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Immer ein offenes Ohr

GEROLSTEIN. Wolfgang Meyer zum Dritten!! Keine Versteigerung, sondern die dritte Ernennung als Patientenfürsprecher im St. Elisabeth- Krankenhaus rückt den 67-Jährigen erneut in die Position des "Mittlers zwischen Patient und Krankenhaus". Weitere vier Jahre wird er dieses Ehrenamt ausüben. ARRAY(0x3e47dfb68)

Der ehemalige Betriebswirt Wolfgang Meyer freut sich sichtlich über die dritte Amtszeit in seinem Ehrenamt. Sein Herz schlägt für die "Hilfe für Mitmenschen". Er erläutert seine Motivation: "Die Patienten fühlen sich mit ihren Ängsten oft allein und wagen es auch nicht, sie gegenüber dem Personal oder den Ärzten zu formulieren. Dabei kann ich helfen." Seine Position außerhalb der Hierarchie des Krankenhauses helfe ihm maßgeblich dabei, Vertrauen zu schaffen. Die häufigsten Probleme weswegen er von Patienten angesprochen werde, drehten sich um die Umgangsformen des Personals und Ärzten oder angeblich mangelnde Aufklärung über Behandlungsmethoden. Über die Häufigkeit der Beschwerden und Hilfegesuche will Meyer nichts sagen. Er meint diplomatisch: "Ich habe was zu tun." Immerhin werden durchschnittlich jedes Jahr 4500 Patienten im Gerolsteiner Krankenhaus behandelt. Meyer lobt ausdrücklich die gute interne Zusammenarbeit. Er sagt: "Dass das Haus voll hinter mir und meiner Position steht und mich immer super unterstützt, war für mich der zweite Motivationsgrund, die erneute Berufung anzunehmen." Innerhalb der vergangenen acht Jahre habe sich schon einiges gewandelt: "Früher gingen die Mitarbeiter an meinem Sprechzimmer vorbei und nannten es Beschwerdezimmer. Heute kommen sie auf mich zu und fragen, ob sie helfen könnten oder etwas Aktuelles anstehe." Seit September ist Meyer außerdem Heimfürsprecher, weil im St. Elisabeth-Krankenhaus eine Abteilung für Kurzzeitpflege mit zehn Plätzen eingerichtet wurde. Donnerstagnachmittags ist Meyer immer im Krankenhaus unterwegs. Wenn er zur Sprechstunde kommt, liegen schon die neuen Belegungslisten auf seinem Schreibtisch. Er sagt: "Ich gehe dann gezielt auf auswärtige oder ausländische Patienten zu und frage, ob sie Hilfe brauchen." Mal vermittelt er den Besuch der "Grünen Damen vom Pfarramt", die Botengänge für Alleinstehende, Auswärtige oder Senioren verrichten, mal geht es nur um ein nettes Gespräch. Während einer kleinen Feierstunde erhielt Meyer seine dritte Ernennungsurkunde aus den Händen von Weihbischof Leo Schwarz. Für den Patienten- und Heimfürsprecher ein außergewöhnliches Erlebnis. Meyer: "Ich bin besonders stolz darauf, dass die Urkunde auf seinem Briefpapier ausgestellt und persönlich von ihm unterschrieben wurde." Üblicherweise würden die Urkunden von den Regionaldekanen ausgestellt. Weihbischof Schwarz sagte anerkennend: "Gerade in diesem Ehrenamt wird ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet, dass der einzelne Mensch jederzeit wahrgenommen und in seinen Sorgen verstanden wird." Oberin Schwester Celine lobte Meyers "großes Engagement und seine überzeugende Fachkompetenz". Sie versprach ihm, auch im Namen des Direktoriums, weiterhin "uneingeschränkte Unterstützung" zu.