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Land springt ab: Kein Geld fürs Dauner Freibad

Land springt ab: Kein Geld fürs Dauner Freibad

Absage aus Mainz: Rheinland-Pfalz gibt kein Geld für die Modernisierung des Naturbads am Gemündener Maar. Dafür will sich die Verbandsgemeinde Daun am Projekt beteiligen. Ein Zuschuss der Europäischen Union ist schon 2010 bewilligt worden.

Daun/Gillenfeld. Die Naturfreibäder am Gemündener Maar bei Daun und am Gillenfelder Pulvermaar sind bei Einheimischen und Urlaubern beliebt, allerdings auch in die Jahre gekommen. Deshalb steht bei den Besitzern - Stadt Daun und Gemeinde Gillenfeld - schon seit Jahren eine Modernisierung auf der Vorhabenliste. Lange war das Projekt "Modernisierung Freibad Gemündener Maar" in der Warteschleife.
Mehrfach waren Fördermittel der Europäischen Union (EU) beantragt worden, eine Bewilligung gab es nach zwei vergeblichen Anläufen im vergangenen Jahr. Aber das Warten ging weiter - auf finanzielle Unterstützung durch das Land.
Dort ist zwischenzeitlich eine Entscheidung getroffen, allerdings nicht so, wie sich die Stadt Daun erhofft hatte. Denn das Land hat verkündet, sich finanziell nicht zu beteiligen, obwohl die EU-Förderzusage über 50 Prozent der Investitionssumme von rund 590 000 Euro bereits vorliegt.
In der Vergangenheit war es gängige Praxis, dass das Land nach der EU-Bewilligung ebenfalls einen Zuschuss beisteuert. Diese sogenannte Kofinanzierung - im Fall des Gemündener Maars standen 30 Prozent in Aussicht - ist aber kein Automatismus mehr. Das Innenministerium hat die Entscheidung vor allem damit begründet, dass Daun in jüngster Vergangenheit vom Land schon stark unterstützt wurde: bei der Sanierung des Hallenbads. Von 3,4 Millionen Euro Gesamtkosten steuerte das Land 1,8 Millionen bei.
Das Hauptaugenmerk bei der Modernisierung des Dauner Freibads (mit rund 17 000 Besuchern in diesem Jahr und rund 24 000 im Jahr 2010) liegt auf der Sanierung des Schwimmbeckens. Vor allem die mehrere Jahrzehnte alte Trennwand zwischen Becken und offenem Maar ist sanierungsbedürftig.
Für Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen ist "das Projekt aus meiner Sicht jetzt nicht vom Tisch, sondern soll auch im Haushalt 2012 stehen. Das Freibad ist ein wichtiges Standbein des Fremdenverkehrs der Stadt, deshalb sollten wir die Modernisierung angehen". Finanzielle Unterstützung hat zwischenzeitlich die Verbandsgemeinde Daun signalisiert: Sie will sich mit zehn Prozent an der Investitionssumme beteiligen.
Studie in Auftrag gegeben


In der Ortsgemeinde Gillenfeld hat man die Entwicklung in Daun mit Interesse verfolgt, denn dort hängt man noch in der Bewilligungs-Warteschleife. Die Sanierung der Badeanstalt am Pulvermaar (Besucherzahlen 2011: rund 21 000, 2010: rund 27 000) ist eine Sanierung aus Sicht der Gemeinde überfällig. Um sie in Angriff zu nehmen, sind aber Zuschüsse nötig. Wie in Daun hat die EU Gillenfeld bereits Unterstützung (30 Prozent der auf rund 700 000 Euro geschätzten Kosten) bewilligt. Auf einen Zuschuss von 50 Prozent hofft die Gemeinde vom Land. Das hatte der frühere Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) 2009 in Aussicht gestellt.
Voraussetzung: Es wird eine Studie in Auftrag gegeben, mit der das touristische Potenzial des Pulvermaars und seiner Umgebung untersucht wird. Diese Vorgabe wird Ende des Jahres erfüllt sein. "Nun warten wir auf die Ergebnisse, die Grundlage für die Entscheidung des Landes sein sollen", erläutert die Gillenfelder Bürgermeisterin Heike Hermes die weitere Vorgehensweise. "Wir hoffen natürlich, dass was vor zwei Jahren in Aussicht gestellt worden ist, auch bewilligt werden kann." Klar ist: Ohne großzügige finanzielle Unterstützung über das EU-Geld hinaus ist die Modernisierung nicht realisierbar. Heike Hermes sagt: "Wir machen unsere Hausaufgaben und geben die Hoffnung nicht auf." sts