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Barrierefrei wohnen: Handwerk setzt Zeichen

Barrierefrei wohnen: Handwerk setzt Zeichen

Wie finden Verbraucher Markenzeichen, anhand derer sich Betriebe im Bereich barrierefreies Bauen gut auskennen? Eine neue Veranstaltungsreihe der Initiative Trier (IRT) zum Thema "Demografischer Wandel - unsere Region handelt" gibt Tipps und Beispiele.

Trier. Eine Stufe kann für Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, das Aus beim Besuch eines Cafés oder bei Freunden bedeuten. Eindrucksvoll schildert Nancy Poser, Juristin und Behindertenbeauftragte der Stadt Trier, an wie viele Grenzen sie täglich stößt - am nur mit Hilfe benutzbaren Treppenlift oder am kopfsteingepflasterten Trierer Hauptmarkt. "Ziel müsse sein, alles zugänglich zu bauen", sagt die Rollstuhlfahrerin und appelliert an die Fachleute, Bauherren für barrierefreies Bauen zu sensibilisieren. Mit dem Auftaktthema "Wachstumsmarkt Barrierefreiheit" in der Handwerkskammer (HWK) Trier hat die Initiative Region Trier ( IRT) eine Veranstaltungsreihe zu den Herausforderungen des demografischen Wandels gestartet.Wichtige Facette des Wandels

"Von Barrierefreiheit profitieren hundert Prozent der Bevölkerung, wir sind alle nicht davor gefeit, morgen in eine Situation zu kommen, in der wir auf Barrierefreiheit angewiesen sind", sagt Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen und IRT-Vorsitzender. Es lohne sich für die Menschen und die Betriebe. Die Bestätigung: Zehn Millionen Menschen, die über 50 Jahre alt seien, planten Renovierungsarbeiten durchzuführen, sagt Doris Bartelmes, Abteilungsleiterin des Referats Arbeit im Mainzer Sozialministerium. Axel Bettendorf, Leiter des Umweltzentrums der HWK Trier, sieht wie Teilnehmer der von TV-Redakteur Dieter Lintz moderierten Auftaktveranstaltung Barrierefreiheit als eine wichtige Facette des demografischen Wandels. 95 Prozent der älteren Menschen wünschten sich, möglichst lange zu Hause zu wohnen. Doch lediglich ein Prozent aller Wohnungen sei altersgerecht, sagt Bettendorf. Während einer Talkrunde berichtet Fliesenlegermeister Werner Fischer, dass er auch heute noch vielen Bauherren begegne, die kein Bewusstsein für Barrierefreiheit hätten. Aber es gibt auch die anderen: Karin Kaltenkirchen, Geschäftsführerin des Modehauses Marx in Trier, sagt, dass sie bereits während der Umbaumaßnahmen des Geschäfts im Jahr 2000 den Club Aktiv miteinbezogen habe, um Barrierefreiheit für die Kunden zu erreichen. Auch Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Daun, berichtet von der Vision der "gesunden VG". Dazu gehöre auch Barrierefreiheit. Das Dorf Meisburg etwa wolle zukünftig alters- und behindertengerecht sein. Diejenigen, die ganz nah an den Bauherren dran sind, sind die Handwerker: Zwanzig Handwerksbetrieben aus der Region Trier wird das Markenzeichen "Generationenfreundlicher Betrieb - Service und Komfort" verliehen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat das Zertifikat entwickelt. Es wird seit April dieses Jahres deutschlandweit von den Kammern an Betriebe vergeben. Die ausgezeichneten Betriebe wurden bei der HWK entsprechend geschult und haben sich verpflichtet, Ziele und Inhalte des Markenzeichens dauerhaft umzusetzen. Was heißt das für den Kunden? Verbraucher können sicher sein, dass die ausgezeichneten Unternehmen Infos über neueste Normen bis hin zu Finanzierungsmöglichkeiten für barrierefreies Bauen kennen, sagt Bettendorf. barrierefrei-bauen.de und barrierefrei-rlp.deExtra

Folgende Betriebe haben das Markenzeichen für Barrierefreiheit erhalten: Bad und Gestaltung Doris Stolz-Falkenburg, Planung, Minheim; Elektro-Service-Woitalla, Hetzerath; Fliesen Roha, Gilzem; Hand-in-Hand-Werker GmbH, mehrere Gewerke, Ulmen; Haus- und Handwerk Bauunternehmung Achim Jonas, Newel; Hees & Peters, Großhandel Sanitär Heizung Klima, Trier; Heinrich Kind GmbH, Sanitär Heizung Klima, Saarburg; Heinz und Loos, Schreinerei, Binsfeld; Heinz Wächter GmbH, Ausbau und Fassade, Trier; Hochwald Haustechnik GmbH, Sanitär Heizung Klima, Kell; Holz in Harmonie, Schreinerei, Lahr; Ingenieurbüro für Gebäudeenergieberatung, Trier; Metallbau Müller, Föhren; Schreinerei Wilbert, Monzelfeld; SM Heizung Klima Sanitär GmbH & Co, Speicher; Tischlerei Mohnen, Idesheim; Fliesenlegermeister Werner Fischer, Saarburg; Zeits & Kirst, Sanitär Heizung Klima, Bernkastel; Zimmerei Wiesel, Bernkastel; Der Hausmeister - Hermann Becker GmbH, Mülheim. kat