Fingerzeige in Detroit

DETROIT. Mit der North American International Auto Show (NAIAS) in der größten US-Autostadt Detroit beginnt traditionell alljährlich der Reigen der großen internationalen Automobilmessen. Für die deutschen Hersteller ist das Event bis 19. Januar ein erster Fingerzeig für das Exportgeschäft.

Wie wichtig gerade der US-Markt für die deutsche Automobil-Industrie, deren Export-Geschäft derzeit unter dem starken Euro leidet, ist, zeigen die Novemberdaten: Dort legten die deutschen Autobauer noch einmal um 0,6 Prozentpunkte zu. Ihr Gesamtanteil am amerikanischen Automobilmarkt stieg auf die Höchstmarke von 10,5 Prozent. "Detroit hat für uns in jedem Jahr Signalwirkung. Deutschland war immer eines der Länder, das auf der wichtigsten Messe zu Jahresbeginn die größten Innovationen an den Tag legte. Das wird auch in diesem Jahr so sein", sagt der Präsident des Verbandes der Automobil-Indstrie (VDA), Professor Bernd Gottschalk. Weltpremieren und luxuriöse Limousinen

Der Trend zu Nischen-Produkten wie Geländewagen, Pick-Ups und Sport Utility Vehicles (SUV) dominiert auch die NAIAS. Aber auch alternative Antriebskonzepte (Hybrid, Brennstoffzelle) finden immer mehr Platz auf den Ständen der gesamten Automobil-Industrie. BMW gibt mit der Weltpremiere des 645 Ci Cabrio schon einmal einen verführerischen Ausblick auf den Sommer und führt den "kleinen Bruder" des Geländewagens X5, den X3, auf dem US-amerikanischen Markt ein. Mercedes-Benz zeigt unter anderem eine Studie mit Namen Grand Sports Tourer (GST), eine interessante Mischung aus Reiselimousine, Kombi und SUV. In dem luxuriösen Großraumfahrzeug sollen sechs Personen Platz finden. Der GST wirft zudem schon einen Blick in die Zukunft der Antriebstechnologien: Den Antrieb aller vier Räder besorgen ein 250-PS-Diesel und ein 68-PS-Elektromotor. Volkswagen unternimmt in Detroit einen neuen Anlauf mit einem Modell, das bisher bei uns unter den Erwartungen geblieben ist. Der Phaeton mit langem Radstand soll jenseits des Atlantik die Zahlen schreiben, die ihm in Europa verwehrt geblieben sind. Porsche freut sich über glänzende Absatzwerte des SUV Cayenne auf dem US-Markt. Sorgen macht indes die schwächelnde Boxster-Baureihe. Der wollen die Zuffenhausener jetzt mit einem Sondermodell des Boxster S mit dem Namen "50 Jahre 550 Spyder" unter die Arme greifen. Das Fahrzeug soll an den Geburtstag des Porsche-Klassikers aus dem Jahre 1953 erinnern und ist demzufolge auf 1953 Einheiten limitiert.

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