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Hahn spürt Konkurrenz aus Luxemburg

Hahn spürt Konkurrenz aus Luxemburg

Trotz aller gegenteiliger Behauptungen der Verantwortlichen des Flughafens Hahn macht sich bereits im aktuellen Flugplan bemerkbar, dass die irische Fluggesellschaft Ryanair neuerdings auch von Luxemburg aus fliegt.

Lautzenhausen/Luxemburg. Bislang hat man auf dem Flughafen Hahn nach außen so getan, als ob die neue Konkurrenz durch Luxemburg und demnächst Frankfurt nicht wehtun würde. Das Angebot von Ryanair von Luxemburg aus sei "überschaubar", kommentierte eine Hahn-Sprecherin im Mai die Flugpläne der irischen Fluggesellschaft vom Flughafen Findel aus.
Sieben Mal nach London


In der Tat: Mit Flügen nach London und ins portugiesische Porto ist Ryanair zunächst bescheiden im Großherzogtum gestartet. Doch ganz ohne Auswirkungen auf den Hahn bleibt das "überschaubare" Angebot nicht, wie sich beim Blick auf den aktuellen Winterflugplan zeigt. Denn Ryan air hat die Zahl der London-Flüge vom Hunsrück aus deutlich reduziert. Vor einem Jahr ging es noch 16 Mal pro Woche in die britische Hauptstadt. Nun gehen noch sieben Flüge pro Woche vom Hahn aus dorthin. Auch nach Porto haben die Iren ihr Angebot vom Hunsrück aus eingeschränkt. Statt neun Mal pro Woche wird die portugiesische Stadt nur noch sieben Mal angeflogen.
Zwar bietet Ryanair im aktuellen Winterflugplan mit 32 Zielen eines mehr an als vor einem Jahr. Allerdings hat sich die Gesamtzahl der wöchentlichen Flüge der irischen Fluggesellschaft vom Hahn aus deutlich reduziert, von 102 im vergangenen auf aktuell 86. Das dürfte sich auf die Passagierzahl auswirken.
Eine Bestätigung seitens der Flughafengesellschaft gab es dafür nicht. Eine Anfrage unserer Zeitung bezüglich der Auswirkungen durch die Konkurrenz in Luxemburg blieb gestern unbeantwortet.
Auch im kommenden Jahr ist aber mit einer Ausdünnung des Angebots von Ryanair im Hunsrück zu rechnen. Flughafen-Chef Markus Bunk hat kürzlich bereits angekündigt, dass es ab Frühjahr wohl noch weniger Flüge nach Portugal geben wird. Von da an weiten die Iren ihr Angebot in Luxemburg aus und fliegen zusätzlich zu Porto auch in die portugiesische Hauptstadt Lissabon und ebenso wie vom Hahn auch nach Mailand. Zudem startet die Fluggesellschaft dann auch vom genau wie der Findel 100 Kilometer entfernten Flughafen Frankfurt (der TV berichtete). Alle vier dort angebotenen Ryanair-Ziele - Faro in Portugal, Malaga, Alicante und Mallorca in Spanien - werden zurzeit noch vom Hunsrück aus angeflogen. Es ist zu erwarten, dass es auch auf diesen Strecken zu einer Reduzierung des Angebots kommen wird, auch wenn eine Hahn-Sprecherin nach dem Bekanntwerden der Pläne der irischen Fluggesellschaft in Frankfurt sagte: "Wer für 2017 bei uns gebucht hat, muss sich keine Sorgen machen." Wie das genaue Angebot im Sommer 2017 auf dem Hahn sein wird, steht allerdings immer noch nicht fest. Ryanair hat im Gegensatz zu fast allen anderen Flughäfen, von denen sie fliegen, für den Hunsrück-Airport noch immer keine Details zu Flugzielen ab Frühjahr kommenden Jahres vorgestellt.Extra

Die Schulden des defizitären Flughafens Hahn sind gesunken. Nachdem das Land Rheinland-Pfalz seit 2014 nach und nach 121 Millionen Schulden auf Kosten der Steuerzahler übernommen hat, liegen die Verbindlichkeiten bei Banken derzeit nur noch bei vier Millionen Euro. Diese würden im Laufe dieses Jahres weiter getilgt, so dass Anfang 2017 noch 1,3 Millionen Euro Darlehen zu verzeichnen sein würden, teilte eine Hahn-Sprecherin mit. Allerdings hat der Flughafen, für den das Land derzeit einen Käufer sucht, 2015 ein Defizit von 17,4 Millionen Euro verbucht und erwartet auch 2016 einen Fehlbetrag in ähnlicher Höhe. Somit zehrt das Defizit das Eigenkapital auf. dpa