Mehr Pleiten in der Region

Mehr Pleiten in der Region

Die Zahl der Insolvenzen in der Region Trier ist 2014 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Sowohl bei den Firmenpleiten als auch bei den Privatinsolvenzen gab es einen leichten Anstieg. Die regionale Entwicklung läuft damit gegen den Bundestrend, wo es einen deutlichen Rückgang gab.

Trier. Normalerweise hängt die Region den Bund ab, wenn es um Arbeitslosenzahlen, Beschäftigte oder Insolvenzen geht. Doch 2014 hat sich die Region bei den Pleiten deutlich schlechter entwickelt als der Bund oder auch das benachbarte Luxemburg. Dies geht aus der Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor, die das Unternehmen gestern vorgelegt hat. Chef Herbert Eberhard sieht dennoch keinen Grund zu Sorge. "Eine Ursache ist sicher, dass die Region aufgrund ihrer mittelständischen Struktur bei Schieflagen weniger krisenanfällig ist als andere Regionen. Und deshalb kommt ein Aufschwung hier auch etwas langsamer an."
Es hat sich also im vergangenen Jahr bei den Insolvenzen in der Region wenig getan: Die Unternehmensinsolvenzen in der Region stiegen um knapp 0,65 Prozent, und zwar von 155 Verfahren in 2013 auf 156 Pleiten im vergangenen Jahr. Deutschlandweit sind die Firmeninsolvenzen um 8,88 Prozent gesunken (von 26 120 Verfahren auf 23 800). Im benachbarten Luxemburg gab es sogar einen Rückgang um 17 Prozent - von 1016 auf 845 Konkurse (der TV berichtete).
Eine leichte Steigerung ist regional auch im Bereich der Privatinsolvenzen zu vermelden. 474 private Pleiten im vergangenen Jahr (467 in 2013) bedeuten eine Steigerung von 1,50 Prozent.
Rückläufig hingegen sind allerdings die Insolvenzen der ehemals Selbstständigen. Hier gab es im vergangenen Jahr 32 Insolvenzen (Vorjahr 46), was ein Minus von 30,43 Prozent bedeutet. Regionalweit waren rund 1000 Mitarbeiter von der Schieflage ihrer Unternehmen betroffen. Allein bei der Insolvenz der Weiland Bau GmbH in Irrhausen (Eifelkreis Bitburg-Prüm) waren es gut 220 Beschäftigte. Das größte Umsatzvolumen einer einzelnen Firmeninsolvenz betraf die Sportmanagement-Gesellschaft WHS International GmbH in Trier (elf Mitarbeiter) mit rund 44,2 Millionen Euro.

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