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Neubeginn mit der Mühle im Boot

Neubeginn mit der Mühle im Boot

BIERSDORF. Die Insolvenzphase der mit zwölf Filialen in der gesamten Region Trier vertretenen Bäckerei Neises aus Biersdorf (Landkreis Bitburg-Prüm) ist überstanden. Derweil ist die Biebelhausener Mühle GmbH & Co. KG aus Ayl-Biebelhausen (Landkreis Trier-Saarburg) in die Firma eingestiegen.

Schwierige wirtschaftliche Ausgangslage und ein glimpflicher Ausgang: Nach rund sechs Monaten hat die Bäckerei Neises aus Biersdorf die Insolvenz überstanden. "Ein Insolvenzplan ist inzwischen angenommen worden", sagte der Trierer Insolvenzverwalter Thomas B. Schmidt auf TV-Anfrage. Der Rechtsanwalt ist rundum zufrieden: Den Gläubigern sei eine durchaus annehmbare Quote angeboten worden und alle rund 120 Teilzeit- und Vollzeitarbeitsplätze seien erhalten worden. Zudem sei es bei der Sanierung gelungen, die bisherigen Eigentümer weiter in der Firma zu halten. Laut Schmidt hätte es auch ganz anders kommen können. "Es gab auch einige Angebote für eine Komplettübernahme."Produktion bleibt erhalten

Die auch von den Gläubigern und den Banken mitgetragene Lösung kam auch deshalb zustande, da sich die Firma Biebelhausener Mühle GmbH & Co. KG aus Ayl-Biebelhausen am Biersdorfer Unternehmen beteiligt hat. Das Unternehmen mit Firmensitz im Landkreis Trier-Saarburg betreibt zwischen Bitburg und Saarbrücken inzwischen mehr als drei Dutzend Filialen. Im Jahr 1928 wurde dem dortigen Mühlenbetrieb eine Bäckerei angegliedert und später auch eine Konditorei. Die Großbäckerei beziehungsweise -konditorei beschäftigt heute rund 1000 Mitarbeiter. Der mit dem Öko-Audit zertifizierte Betrieb Bescheider Mühle gehört ebenfalls zur Biebelhausener Mühle. Timo Neises, Geschäftsführer des Eifeler Familienunternehmens Neises, ist froh über die Lösung für den Betrieb. Mit der Biebelhausener Mühle sei ein Partner gefunden worden, mit dem sich viele Synergien verwirklichen ließen. "Wir sind stärker im Café-Geschäft, die Biebelhausener Mühle ist in vielen Märkten vertreten", sagt Neises. Trotz aller Synergien, beispielsweise im Bereich Einkauf, werde weiterhin in Biersdorf Brot gebacken. "Die Produktion bleibt erhalten. Es war keine Übernahme", sagt er im Gespräch mit dem TV als Reaktion auf anders lautende Gerüchte.Mitarbeiter standen zum Unternehmen

Ende Dezember hatte die mit rund einem Dutzend Filialen in der Region Bitburg/Trier vertretene Bäckerei Insolvenz anmelden müssen. Damit waren die bereits eingeleiteten Restrukturierungsbemühungen des Eifeler Betriebs erst einmal gescheitert. "Die von uns vor der Insolvenz begonnene Umstrukturierung hat uns aber in den vergangenen Monaten sehr geholfen", sagt Neises. "Wir stehen nun so stark da wie nie zuvor", sagt er optimistisch. Die positive Einstellung scheinen auch die rund 120 Mitarbeiter zu teilen. Aufgrund der Insolvenz habe kein Mitarbeiter die Firma verlassen wollen. Laut Insolvenzverwalter Thomas B. Schmidt sei auch den Beschäftigten der inzwischen aufgegebenen Prümer Filiale ein Job in einer der anderen Neises-Verkaufsstellen angeboten worden. Den Weggang aus der Abteistadt begründet Schmidt derweil mit der Mietsituation, die ein rentierliches Arbeiten nicht zugelassen habe.