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Fernsehen
Eine Rückkehr ohne Rücksicht

Der Wittlicher Marvin Stablo tritt am Samstag in der „Besten Show der Welt“ von Joko und Klaas auf.
Der Wittlicher Marvin Stablo tritt am Samstag in der „Besten Show der Welt“ von Joko und Klaas auf. FOTO: ProSieben/Jens Hartmann
Wittlich. Nach seinem Aufritt in der „Besten Show der Welt“ vor zwei Jahren wird Marvin Stablo oft als „unsympathischster Gameshow-Teilnehmer Deutschlands“ bezeichnet. Am Samstag tritt er wieder bei Joko Winterscheid und Klaas Heufer-Umlauf auf. Und: Er will noch mehr austeilen. Von Christian Thome

Marvin Stablo aus Wittlich steht seiner Gegnerin Julia gegenüber. Das System des Spiels „Hart aber Unfair“ ist leicht erklärt: Die Kandidaten wählen zwischen Sicherheit und Risiko. Nehmen beide die Variante Sicherheit erhalten sie jeweils 2000 Euro. Entscheiden sich beide für Risiko, erhält keiner auch nur einen Cent. Wählt jedoch einer der Kandidaten Risiko und der andere Sicherheit, dann sahnt Ersterer 8000 Euro ab. Stablo und seine Mitspielerin sprechen sich ab. „Ich würde Sicherheit nehmen. Wir waren uns schon ein bisschen sympathisch, da möchte ich ehrlich zu dir sein.“, sagt der Wittlicher. Seine Mitspielerin willigt ein.

Ein Fehler. Stablo hat geblufft. Moderator Klaas Heufer-Umlauf löst das Spiel auf, der Wittlicher geht mit 8000 Euro nach Hause, seine Gegnerin mit leeren Händen. Hart, aber unfair.

Eine Entscheidung, die für einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken sorgt und dem Wittlicher den Titel als „unsympathischster Gameshow-Teilnehmer Deutschlands“ einbringt. Nun kehrt er zu Joko und Klaas zurück. Zur gleichen Show. „Wenn etwas mit den beiden zu tun hat bin ich direkt dabei“, erklärt Stablo. Es gibt einen Unterschied zur Show von vor etwas mehr als zwei Jahren: diesmal tritt er gegen Prominente an. Ohne zu viel über die Show zu verraten gibt er Einblicke in seine Taktik: „Ich habe dieses Mal schon eher versucht mich auf die Seite des Publikums zu schlagen.“ Angst vor erneuten Anfeindungen hat Stablo nicht, wenngleich er sich nicht zurückhalten wird: „Die Promis kann man vielleicht auch mal ein bisschen mehr in die Pfanne hauen, die halten das aus.“ Seine Gegner werden unter anderem die ehemaligen Dschungelcamp-Teilnehmer Helena Fürst und Rocco Stark sein.

Für Stablo geht es bei der Show darum Spaß zu haben, doch auch der finanzielle Anreiz spielt eine Rolle: „Natürlich will ich da auch Geld verdienen.“ Das hat bei der ersten Show gut funktioniert: „Wer verdient in 20 Minuten 8000 Euro?“, fragt der Mitarbeiter einer Telefongesellschaft. Diesen Job hinzuwerfen und sich mehr aufs Fernsehen zu konzentrieren ist keine Option: „Das sind Späße für nebenbei“. Er selbst hält sich für „garnicht so unterhaltsam“. Eine Auffassung, die viele seiner Kritiker nach dem 2016er-Auftritt vermutlich teilen.

Entgegen des medialen Echos erklärt Stablo, dass die positiven Kommentare überwogen haben. „Wir haben das nach dem Auftritt analysiert. Die negativen Kommentare und Drohungen waren in der Unterzahl“, sagt er. „90 Prozent der Menschen hätten genauso gehandelt.“ Dass unter dem YouTube-Video auch nach zwei Jahren noch kommentiert wird, perlt an ihm ab. Persönlich angesprochen wird er nur von solchen, die seine Rolle gut finden. „Die anderen schreiben nur.“

Es ist nicht der erste TV-Auftritt des FDP-Politikers in diesem Jahr: Im Januar war er Teilnehmer bei der Show „Get the f*ck out of my house“ bei der er mit 99 anderen Mitstreitern um 100 000 Euro gekämpft hat. „Das war mir zu viel des Guten“, erklärt er seinen Ausstieg in Runde Eins. Auch das Format „Frauentausch“ fragt ihn an, doch er lehnt ab. Bei Joko und Klaas kann er das nicht, auch weil er selbst großer Fan ist: „Ich verfolge die beiden schon seit Jahren.“

Wird es wieder unfair? Das ist nicht sicher. Hart wird es jedoch ohne Zweifel.

Die Sendung „Die beste Show der Welt“ mit Marvin Stablo wird am Samstag, ab 20.15 Uhr bei ProSieben ausgestrahlt.