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Viel Geld für die Katz

Altrich. Allein 32 700 Euro hat das Eifeltierheim Altrich 2012 an Tierarztkosten bezahlt. Futter und Katzenstreu haben 5000 Euro gekostet. Damit schließt die Jahresbilanz mit einem Minus von rund 5800 Euro, die in diesem Jahr durch Spenden ausgeglichen werden müssen. Langfristig ist wegen der finanziellen Lage die Existenz der Altricher Institution bedroht. Die nächsten Heime oder Auffangstationen sind in Trier oder Gerolstein. Nora John

Altrich. Die Gemeinde Binsfeld geht mit gutem Beispiel voran. 300 Euro hat die Gemeinde im vergangenen Jahr an das Tierheim in Altrich gezahlt. Das ist eine relativ große Summe für eine kleine Gemeinde mit gut 1000 Einwohnern. Der Stadt Wittlich ist die Versorgung von Fundkatzen 500 Euro im Jahr wert, die Verbandsgemeinde Wittlich-Land beteiligte sich mit 2550 Euro und die Verbandsgemeinde Speicher mit 1500 Euro. Insgesamt bekommt die Altricher Einrichtung 5250 Euro von den Kommunen. Zu wenig, wie Tierheimleiter Rainer Kordel sagt.
Würden alle Kommunen des Einzugsgebietes, das vom Kreis Bernkastel-Wittlich bis hinter Bitburg, Saarburg, Zell und Ulmen reicht, pro Einwohner 25 Cent pro Jahr und Einwohner zahlen, könnte kostendeckend gearbeitet werden. In seiner Bilanz aus dem Jahr 2012 sind allein für Futter und Katzenstreu schon 5000 Euro angefallen. Dies ist aber nur ein kleiner Posten in der Gesamtbilanz.
Den größten Anteil nehmen die Kosten für Behandlung beim Veterinär ein. Und die sind im vergangenen Jahr noch einmal um 2200 Euro gestiegen. 32 700 Euro musste für Behandlung, Impfung und Untersuchung der Findlinge ausgegeben werden.
Ein Grund dafür ist laut Kordel auch die wachsende Zahl der Fundtiere. Wenn diese irgendwo aufgefunden werden und nach Altrich kommen, gibt es keinerlei Informationen über die Vorgeschichte. Also müssen die Ankömmlinge erstmal komplett untersucht und geimpft werden. Mittlerweile sind 55 Prozent der aufgenommenen Bewohner des Altricher Heims Fundtiere. Mit steigender Tendenz. "Es ist erschreckend, mit welcher Beliebigkeit, die Menschen ihre Katzen loswerden wollen", klagt Kordel.
Leidtragende sind auch Menschen, die ihre vierbeinigen oder gefiederten Freunde alters- oder krankheitsbedingt in eine gute Obhut geben wollen. Deren Tiere kommen auf eine Warteliste, weil die Fundtiere als Notfälle vorgehen.
Enormer Anstieg bei Kleintieren


Waren es im Jahr 2011 noch insgesamt 320, so ist die Anzahl an abgegebenen Fundtieren im Jahr 2012 auf 434 gestiegen. Bei den Katzen ist die Zahl von 298 auf 334 angestiegen. Enorm erhöht hat sich dagegen die Zahl der sonstigen Tiere wie Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen, Degus oder Vögel, die vorher auf privaten Pflegestellen untergebracht waren.
Um möglichst viele Tiere aufnehmen zu können, versuchen Rainer Kordel und sein Team viele wieder zu vermitteln. Das gelingt in der Regel auch recht gut. Die durchschnittliche Verweildauer im Tierheim betrug 2012 bei Katzen 44,7 Tage.
Dabei sind es natürlich die pflegeleichten und charmanten Samtpfoten, die bei potentiellen Interessenten schnell ein neues Heim finden. Auf der anderen Seite gibt es die Katzen, die an chronischen Krankheiten leiden, eine Verletzung haben oder einfach nur von ihrem Wesen etwas spröde und zurückhaltend sind. Diese Vierbeiner haben es oft schwer, neue Freunde bei den Menschen zu finden.
Extra

Träger des Eifeltierheim ist die gemeinnützige GmbH Lernen und Arbeiten. Im Tierheim tätig ist Rainer Kordel als Leiter, außerdem gibt es zwei Auszubildende. Arbeitssuchende Männer und Frauen werden hier beschäftigt. Desweiteren Menschen, die Sozialstunden leisten sollen. Ein großer Teil der Arbeit wird von Ehrenamtlichen übernommen. Zu den Aufgaben im Tierheim gehört neben der Tierpflege auch die Aufnahme- und Vermittlungsformalitäten sowie das Sammeln von Spenden. Die Gesamtkosten mit Gehältern, Gebäudeunterhalt und der Versorgung der Tiere beträgt rund 100 000 Euro. Neben Vermittlungsgebühren, Beiträgen der Verwaltung und Spenden gibt es den Tierheimladen. Hier werden vor allem gebrauchte Bücher verkauft, deren Erlöse dem Tierheim zugute kommen. Die Volksfreund-Aktion Mein-Hilfe-zählt hat es im vergangenen Jahre ermöglicht, das Quarantänezimmer neu einzurichten. Weitere Infos zum Eifeltierheim im Internet unter www.eifeltierheim-altrich.de. Spendenkonto Eifeltierheim-Altrich Konto: 80 059 73 Bank: Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG BLZ: 587 609 54