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Wittlich ist eine sichere Stadt

Die Leiterin der Polizeiinspektion Wittlich, Anke Zimmermann, diskutiert in der Synagoge Witlich über das Thema Sicherheit. Eine Ideenbox (oben rechts) soll es den Bürgern ermöglichen, der Polizei anonym Anregungen zu geben und Kritik zu äußern.TV-Fotos (2): Klaus Kimmling
Die Leiterin der Polizeiinspektion Wittlich, Anke Zimmermann, diskutiert in der Synagoge Witlich über das Thema Sicherheit. Eine Ideenbox (oben rechts) soll es den Bürgern ermöglichen, der Polizei anonym Anregungen zu geben und Kritik zu äußern.TV-Fotos (2): Klaus Kimmling FOTO: klaus kimmling (m_wil )
Wittlich. Wittlich ist sicher. Das ist die Botschaft, die die Polizei Wittlich den Bewohnern der Stadt mit auf den Weg geben will. Stadt und Polizei möchten mit den Bürgern in den Dialog treten, um zu erfahren, wo der Schuh drückt. Andrea Weber

Man hört immer, es fehlt an Personal bei der Polizei, wie sieht es bei Ihnen aus? Darf ich Elektroschocker und Pfefferspray nutzen, und wer ist für die Einbruchssicherung zuständig? Das sind Fragen, die die Wittlicher zum Thema Sicherheit stellen. Stadt und Polizei hatten zu einem Forum eingeladen, um mit den Bürgern in Dialog zu treten und sie über die Sicherheitslage zu informieren.

Zehn Einbrüche gab es 2015 in Wittlich, sechs bei Tageslicht, vier bei Nacht. Kein Grund zur Sorge, sagt Polizeirätin Anke Zimmermann, Leiterin der Polizeiinspektion (PI) Wittlich. Auch wenn die Zahl der Einbrüche im Bereich der PI leicht auf 69 gestiegen sei, sei es in 33 Fällen beim Versuch geblieben. Die recht hohe Zahl an Körperverletzungen - 563 Fälle - erklärt Zimmermann mit dem Oktoberfest und der Säubrennerkirmes. Dort komme es häufiger zu Handgreiflichkeiten.

"Kriminalität im Zusammenhang mit Asyl sollte man differenziert betrachten", sagt die Polizeirätin. In der Flüchtlingsunterkunft in Wittlich habe es zwischen November 2015 und April 2016 32 relevante Sachverhalte gegeben, von denen 28 angezeigt worden seien. Meist habe es sich um Kleinigkeiten wie gestohlene Ladekabel oder Handys gehandelt und, so betont Zimmermann, um Straftaten unter den Flüchtlingen. "Dass Asylbegehrende in der Stadt Einbrüche begehen, nein, das können wir nicht bestätigen", sagt Zimmermann. 32 Vorfälle bei 562 Menschen auf so engem Raum, das sei nicht viel. "Wie lange würde es bei Ihnen dauern, bis Sie in so einer Situation zu jemandem sagen, ich bringe dich irgendwann um?"

Im Jahr 2015 kam es im Bereich der PI Wittlich zu 3133 Straftaten. In Rheinland-Pfalz wurden 273.491 festgestellt, ein Plus von 3,4 Prozent. Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg landesweit um 22,4 Prozent auf 7125.
Die Zahl im Bereich der PI Wittlich sei mit 69 gering, sagt Dirk Hartenberger, Experte für Fragen der zentralen Prävention. "Wir leben eigentlich sehr sicher", sagt er. Aber jeder könne viel tun, um keine Einbrecher ins Haus zu lassen.

Der typische Einbruch werde von zwei bis drei Tätern über Fenster oder Terrassentüren begangen. Er warnt: "Wenn das Fenster offen ist, zahlt die Versicherung nicht." Außerdem rät Dirk Hartenberger, Fenster und Türen gegen Einbruch zu sichern.

Nachdem Rolf Becker, der Leiter des Ordnungsamtes, einen Einblick in seine Aufgaben gegeben hat, ist die Fragerunde eröffnet. Einige Bürger ärgern sich über Raser und Falschparker, andere wollen wissen, wie es bei den Ermittlungen zur Einbruchsserie in Wittlich aussieht. Der festgenommene Täter habe gestanden, verkündet die Sachbearbeiterin. Die Antwort auf die Frage nach Elektroschocker und Pfefferspray ist komplizierter: "Elektroschocker und Pfefferspray sind in Deutschland verboten", erklärt Zimmermann. Notwehr könne den Einsatz solcher Mittel aber rechtfertigen.
"Da aber die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in Wittlich von drei Männern überfallen werden und Elektroschocker oder Pfefferspray benutzen müssen, recht gering ist, wird es schwierig, das zu rechtfertigen."

Wer sich über Verkehrssicherheit, Einbruchs- und Gebäudeschutz informieren möchte oder eine Opferberatung braucht, bekommt Hilfe im Trierer Zentrum Polizeiliche Prävention unter Telefon 0651/9779-1256 oder per E-Mail an beratungszentrum.trier@polizei.rlp.deMeinung

Information ist wichtig
Erst kürzlich hat die Polizei Wittlich einen wichtigen Ermittlungserfolg gefeiert und einen Mann gefasst, der wegen mehrerer Einbrüche in der Region gesucht wurde. Aber nicht nur dieser Ermittlungserfolg zeigt: Wittlich ist eine sehr sichere Stadt. Diese Tatsache belegen vor allem die Zahlen, die die Wittlicher Polizeibeamten den Bürgern der Säubrennerstadt jetzt präsentiert haben. Aber nicht nur, weil es wichtig ist, dass die Wittlicher diese Zahlen kennen, war es richtig, dass Polizei und Stadtverwaltung den Dialog mit den Bürgern gesucht haben. Sondern auch, weil sie so Fragen beantworten und Vorurteile ausräumen konnten. Einen solchen Dialog sollte es regelmäßig geben, auch in anderen Bereichen. Dann gibt es weniger Missverständnisse und auch weniger Gerüchte. p.willems@volksfreund.de

FOTO: klaus kimmling (m_wil )