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Fußball: Überraschende Personalentscheidungen bei Oberligist FSV Salmrohr

Robert Jung, hier auf einem Archivbild zu sehen
Robert Jung, hier auf einem Archivbild zu sehen FOTO: volksfreund.de-Archiv/funkbild
Das ist eine faustdicke Überraschung. Ein Jahr vor dem regulären Vertragsende hat Fußball-Oberligist FSV Salmrohr den Kontrakt mit Trainer Robert Jung vorzeitig aufgelöst. Der Nachfolger steht bereits Fest. Außerdem kommt Gustav Schulz als neuer Spieler. Willi Rausch

(wir) Über die Gründe für die vorzeitige Trennung von Robert Jung kann nur spekuliert werden. Während die Vereinsvertreter sich gänzlich in Schweigen hüllen, spricht auch Robert Jung, der schon einmal von 1984 bis zum Winter 1986 in Salmrohr tätig war, nicht über Gründe, die die Vertragsauflösung erklären könnten.

Aber der 67-Jährige spricht von "drei schönen Jahren, die ich in Salmrohr hatte". Und: "Ich glaube, dass ich die Mannschaft nach vorne gebracht habe. Ich denke, der Weg für meinen Nachfolger ist bereitet", sagte er dem Trierischen Volksfreund. Mehr ist dem erfahrenen Coach nicht zu entlocken.

Der Mann der in seine Fußstapfen tritt, ist nicht einmal halb so alt. Mit 36 Jahren zählt Patrick Klyk zu den Jüngsten seiner Zunft in der Oberliga, ist gleichwohl kein unbeschriebenes Blatt. Klyk, der seine Wurzeln im Saarland hat, verfügt als Spieler über Zweitliga-Erfahrung und war beim FV 08 Püttlingen (bis 1992), 1. FC Saarbrücken (1992-1996), SV Waldhof Mannheim (1996/1997), 1.FC Saarbrücken (1997-1999) und dem SV Elversberg (2000-2002) aktiv, ehe Knieverletzungen schon mit 26 Jahren das Aus für ihn als aktiven Fußballer bedeuteten.

"Fünf Knieverletzungen waren genug", sagt Klyk, der die Zeit danach nutzte, um sein BWL-Studium abzuschließen. 2007 übernahm er das Traineramt beim SV Röchling Völklingen, den er auf dem letzten Platz der Verbandsliga übernahm, noch den Klassenerhalt schaffte und in den Jahren danach mit dem Traditionsclub immer weiter in die Spitze der höchsten Klasse des Saarlandes rückte. Wie Salmrohr stieg auch er mit Völklingen 2011 in die Oberliga auf und beendete die Saison auf dem 13. Tabellenplatz.

Für Salmrohrs Präsident Helmut Meeth passt die Philosphie Klyks ideal zum FSV: "Vereine wie wir müssen auf Nachwuchsspieler und Akteure der Region setzen. Die jungen Leute müssen wir über konsequente Förderung an den Seniorenbereich heranführen. Mit Patrick Klyk haben wir einen Trainer, der genau diese Vorgaben erfüllt."

Der neue Coach gibt zu, oft noch wie ein Spieler zu denken: "Ich sehe das sogar als Vorteil, weil ich so einen viel besseren Draht zu den Jungs finden kann."

Den Spielerkader wird Gustav Schulz verstärken, der bereits zum dritten Mal beim FSV ankert. Schon mit 17 Jahren debütierte "Gus" in der Oberliga-Mannschaft der Salmtaler. Jetzt hat der Ex-Eintrachtler über viele Umwege wieder zu dem Verein zurückgefunden, bei dem er wohl die steilste Entwicklung genommen hat. Der 190 cm große vielseitige Mittelfeldspieler hat mit 26 Jahren seine besten Jahre noch vor sich. Schulz unterschrieb ebenfalls für zwei Jahre. Die avisierte Verpflichtung eines Schlussmanns ist dagegen nach Angaben von Sportchef Friedhelm Rach "noch nicht in trockenen Tüchern."