Wie der Vater

Alfred Pelzer aus Trier erinnert sich an eine Geschichte, die ihm sein Vater oft erzählte.

Bis Anfang der 80er-Jahre hat mein Vater selbst Viez gemacht, jährlich rund 1000 Liter, genauso wie dessen Vater. Oft hat er mir folgende Geschichte erzählt: Früher, es war die Zeit zwischen 1910 und 1915, war es den Schulkindern strikt verboten, irgendwie mit Alkohol in Berührung zu kommen. Als zehnjähriger Schulbub ging der kleine Peter in den Keller, der nur über eine Außentreppe zu erreichen war, um für dessen Vater eine Porz Viez aus dem Fass zu zapfen. Mit der gefüllten Porz in der Hand wurde Peter von einem anderen Jungen gesehen. Am anderen Tag schwärzte dieser Junge den Übeltäter beim Lehrer an. Daraufhin rief der Lehrer den Peter nach vorne, um ihm vor aller Augen den Hintern zu versohlen. Trotzdem hat mein Vater den Viez später als Alltagsgetränk genossen.

ERINNERUNG