Architektur

Zu den Artikeln "Jeder baut, wie er will [… ]" und "Wenn plötzlich überall Toskana ist" sowie zum Pro und Kontra (TV vom 2. November):

Oh Gott, hier kann jeder machen, was er will, und das geht doch nicht! Zugegeben, eine toskanische Villa passt nicht zwischen Schieferhäuser in alten Ortskernen; in diesem Fall hätte ich auch kein Problem mit einer Reglementierung. Was allerdings in Neubaugebieten passiert, sollte in Farbe und Form allein vom Bauherrn entschieden werden. Es ist sein Haus, er lebt später darin und Punkt! Ich bin öfter in Frankreich unterwegs, und was man dort in Neubaugebieten zu sehen bekommt mit Einheitsfarbe und Einheitsstil, macht depressiv! Es ist wieder eine typische Schwarz-oder-Weiß-Diskussion, hier gibt es jedoch jede Menge Grautöne, die Beachtung finden sollten. Markus Benzmüller, Mülheim an der Mosel Freies Bauen trägt ja nicht zur Wertsteigerung bei, da jedes Haus anders aussieht, und es ist auch nicht identitätsstiftend. Wenn einem die Vorgaben nicht gefallen, dann muss man halt bauen, wo man seinen Traum verwirklichen kann. Erschreckend finde ich, wenn es seitens der Gemeinde Vorgaben im Bebauungsplan gibt, sich die Bauherren/-träger aber dann nicht drum scheren (weil sie im Gemeinderat gut vernetzt sind oder als Bauträger für den ganzen Familienstamm Grundstücke aufkaufen und bebauen). Da wird höher gebaut als erlaubt, da wird ein Einfamiliengrundstück, zugelassen für maximal zwei Wohnungen, geteilt, um ein Doppelreihenhaus mit vier Wohneinheiten zu errichten inklusive Ausbaureserve. Es interessiert nicht, wie es sich einfügt oder zum Nachbarn passt, es geht um Maximierung des Gewinns. Weder die zuständigen Gemeinden noch der Kreis fühlen sich bei diesen Übertretungen zuständig, es passiert also: nix. Und die Menschen, die vorher gebaut haben, müssen damit leben und gegebenenfalls Wertverluste ihrer Immobilie hinnehmen. Von daher ist es besser, wenn die Gemeinden keine Vorgaben machen, dann kann auch keiner dagegen verstoßen. Michael Schmitz, Gusenburg