britische Folk-Rocker Mumford & Sons spielen in Luxemburg

Konzert : Mumfords gigantisches Lichtermeer - Britische Folk-Rocker spielen in Luxemburg

Die britischen Folk-Rocker Mumford & Sons zeigen eine bombastische (Licht-)Show in ausverkaufter Rockhal.

Vor der Rockhal schüttet es am Mittwochabend wie aus Eimern – den Start in den Mai hat man sich sicher schöner vorgestellt. Für die Fans von Mumford & Sons jedoch hätte der Monat kaum besser anfangen können. Die britischen Folk-Rocker rund um Sänger Marcus Mumford beehren Luxemburg. Gedankt wird es mit einer ausverkauften Halle. Im Vorverkauf kosten die Tickets rund 60 Euro, doch das Publikum bekommt eine Menge geboten für sein Geld.

Den Fans bietet sich in der Mitte der großen Halle eine opulente Rundbühne. Darüber hängen jede Menge Scheinwerfer, die im Laufe des Abends ihren Lichtzauber voll entfalten. Darauf findet zunächst die australische Indie-Rock-Band Gang of Youths ihren Platz und stimmt während eines 45-minütigen Sets das Publikum bereits auf das Kommende ein.

Pünktlich um 21 Uhr kommen die Briten auf die Bühne und wechseln – abgesehen vom Schlagzeuger und Pianisten – beständig ihre Plätze, so dass alle Seiten etwas von den Musikern zu sehen bekommen. Die spielen einen soliden Querschnitt aus zwölf Jahren Bandgeschichte, allerdings mit Schwerpunkt auf dem aktuellen Album „Delta“, das im Herbst 2018 erschien. Die Kritiker zeigten sich damals nicht sonderlich begeistert von der Platte, die wenig mit dem Debütalbum „Sigh no More“ vor ziemlich genau zehn Jahren zu tun hat, das den Briten ihren weltweiten Durchbruch bescherte. Zu digital, zu glattgebügelt, zu ausdruckslos. Im Publikum merkt man bei der Live-Darbietung durchaus, dass die älteren Werke deutlich besser ankommen, auch wenn die musikalische Darbietung von Mumford & Sons insgesamt kaum Raum zum Meckern lässt.

Eigentlich ist die Band als Quartett unterwegs. Da die Multiinstrumentalisten aber nicht alles gleichzeitig spielen können, benötigen sie auf Tour einiges an Unterstützung. An diesem Abend gab es gar ein Heimspiel, denn seit einigen Jahren begleitet der Schlagzeuger Chris Maas aus Luxemburg die Band und durfte für Marcus Mumford einige Sätze in die Landessprache übersetzen.

Imposant war vor allem die Lichtshow. Durch mehrere Dutzend Motoren wurden die Traversen mit den Scheinwerfern auf unterschiedlichste Art bewegt, und die Lichttechniker zauberten einiges aus dem Hut, um die Künstler in Szene zu setzen.

Im letzten Teil der fast zweistündigen Show gab es noch eine ausgiebige Zugabe mit einem Akustik-Set, das nur von den vier eigentlichen Musikern bestritten wurde. Gang of Youths wurde für den Coversong „Blood“ der australischen Gruppe The Middle East erneut auf die Bühne gebeten. Mit dem großen Hit „I Will Wait“ und dem aktuellen Titelsong „Delta“ verabschieden sich die Briten schließlich kurz vor 23 Uhr.

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