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Wenn die gesetzliche Ausschüttung im Alter nicht zum Leben reicht

Trier. Was tun, wenn die gesetzliche Ausschüttung im Alter nicht zum Leben reicht? Der Volksfreund hat Bundestagsabgeordnete aus der Region befragt.

Patrick Schnieder (CDU): Was das Renteneintrittsalter angeht, gibt es einen klaren Fahrplan mit der stufenweisen Einführung der Rente ab 67. Danach muss man auch über einen späteren Renteneintritt reden, wenn die Menschen länger leben. Zudem müssen wir darüber nachdenken, die Betriebsrente oder die Privatrente verpflichtend zu machen. Die private Vorsorge bleibt unverzichtbar."
Peter Bleser (CDU), Cochem: "Das Rentenalter anzuheben, halte ich nicht für nötig. Ich begrüße eine flexible Altersrente, die je nach Möglichkeit mit Teilrente und Teilbeschäftigung einen fließenden Übergang zwischen Arbeitsleben und Ruhestand ermöglicht."
Katrin Werner (Linke), Trier: "Die Forderung nach der Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 ist völlig lebensfremd. Die Kürzung der gesetzlichen Rente zugunsten von privater Vorsorge, wie beispielsweise der Riester-Rente, ist gescheitert. Wir brauchen eine Stärkung der gesetzlichen Rente und eine Anhebung des Rentenniveaus, dazu müssen Arbeitgeber wieder paritätisch an den Kosten der Alterssicherung beteiligt werden."
Katarina Barley (SPD), Trier: "Armut im Alter ist das Resultat von Armut im Erwerbsleben. Anständig bezahlte Arbeit ist zentral für die Alterssicherung. Mit einer solidarischen Lebensleistungsrente sollen sich Arbeit und langjährige Beitragszahlung in die gesetzliche Rentenversicherung wieder auszahlen und im Alter zu einer Rente oberhalb der Grundsicherung führen. Ich halte es für falsch, heute schon über das Renteneintrittsalter der Zukunft zu spekulieren. Wer das tut, der drückt sich um die Antworten von heute. Viele Menschen fragen sich bereits jetzt, ob sie ihren Beruf überhaupt bis zum Rentenalter ausüben können und ob ihre Rente dann zum Leben reicht."
Corinna Rüffer (Grüne), Trier: "Wer 30 Jahre Mitglied in der Rentenversicherung war, sollte eine Garantierente oberhalb von 850 Euro erhalten. Um den freien Fall des Rentenniveaus aufzuhalten, ist es notwendig und gerecht, die Rentenversicherung zu einer Bürgerversicherung weiterzuentwickeln, in die alle Bürgerinnen und Bürger einzahlen, also auch Beamtinnen und Beamte, Selbständige und Abgeordnete. Die staatlichen Zulagen, die bislang in die Riester-Rente fließen, sollten zukünftig besser zur Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung dienen. Endlich müssen auch flexible Rentenübergänge ermöglicht werden. Dabei dürfen Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können, nicht durch Abschläge bestraft werden."
Bernhard Kaster (CDU), Trier: "Neben aller angeratenen privaten Vorsorge muss die gesetzliche Rente der Kern der Altersversorgung bleiben. Denn die meisten Normalverdiener haben für die zusätzliche Vorsorge gar keine Spielräume. Die große Herausforderung ist es, eine leistungsbezogene Rente zu sichern und gleichzeitig die Generationsgerechtigkeit im Blick zu halten. Die über viele Jahre gestaffelte Einführung der Rente mit 67 war richtig. Die Realität zeigt, dass wir mehr Flexibilität und neue Modelle für den Übergang zwischen Arbeitsleben und Rente brauchen." wie