1000 Polizisten zu wenig

"Mehr Polizisten für die Eifel", fordert die Gewerkschaft der Polizei. Sie reagiert damit auf die TV-Berichterstattung über Drogenkriminalität in der Eifel.

Trier/Mainz/Eifel. (kah) "Wieder geht die öffentliche Kritik an der Personalsituation bei der Polizei los - wieder haben die Kritiker Recht", sagt Josef Schumacher, Bezirksgruppenvorsitzender der Polizei-Gewerkschaft in Trier. Er bezieht sich auf jene Kritik, die aus den Reihen der Justiz, der Staatsanwaltschaft und selbst der Polizei laut geworden ist: Dass es in der Region Trier und insbesondere der Eifel zu wenig Personal gebe, um der Drogenkriminalität Herr zu werden - sowohl was die Vorbeugung, als auch was die Strafverfolgung angehe (der TV berichtete). Der ehemalige Bitburger Amtsgerichtsleiter Werner von Schichau und die Staatsanwaltschaft hätten völlig zu Recht auf das Problem hingewiesen. Die Eifel liege nun mal im Einzugsgebiet der Niederlande. "Das heißt nicht, dass wir dort nichts machen", sagt Schumacher, "aber mit mehr Personal könnten wir mehr machen." Innenminister hat Problem erkannt

Der große Erfolg der "AG Eifel" - eine kleine Gruppe speziell ausgebildeter Fahnder, die von 2002 an innerhalb eines Jahr gründlich in der Drogenszene aufgeräumt hatte -, verdeutliche, dass es sich bei Drogendelikten um "Holkriminalität" handelt: Je mehr Polizisten, desto mehr Straftaten könnten aufgedeckt werden und desto mehr Präventionsarbeit sei möglich. "Wir haben anhand von seriösen Berechnungen festgestellt, dass es in Rheinland-Pfalz 10 000 Polizistinnen und Polizisten geben müsste". Doch es gebe nur 9000, also 1000 zu wenig. Erst Ende Februar hatte auch Innenminister Karl-Peter Bruch im Landtag kundgetan, dass das Land seiner Auffassung nach mittelfristig mehr Polizeibeamte benötigt. "Das ist gut so und lässt uns hoffen, dass die Landesregierung ein Einsehen hat und eine Kehrtwende einleitet", sagt Schumacher. Dem Polizeipräsidium seien durch die derzeitige Personalsituation nach wie vor die Hände gebunden. Dass die Behörde mit diesem Problem nicht "auf den Markt" gehe, sei nachvollziehbar. Dennoch bleibe das Problem vorhanden, sagt der Gewerkschafter.