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Machtwechsel in Washington – heute zieht Trump ins Weiße Haus ein

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Trier. Zwischen Hoffen und Bangen – so lassen sich am ehesten die Erwartungen an den neuen US-Präsidenten beschreiben. Der Milliardär Donald Trump soll heute in sein Amt eingeführt werden. Bernd Wientjes

12 Uhr mittags. Dann soll es heute so weit sein. Zu dieser Zeit (18 Uhr in Deutschland) will der künftige US-Präsident Donald Trump auf den Stufen des Kapitols, dem Sitz des Kongresses, seinen Amtseid leisten. Doch kaum ein Präsident war zu Beginn seiner Amtszeit so unbeliebt wie der politikunerfahrene Milliardär. Gerade einmal 40 Prozent der Amerikaner halten ihn für einen guten Staatschef - damit startet er als unbeliebtester Präsident seit 40 Jahren in seine Amtszeit. Auch die Deutschen sind skeptisch: 84 Prozent halten Trump charakterlich nicht für das Amt geeignet.

Die Erwartungen an den neuen US-Präsidenten liegen zwischen Hoffen und Bangen. Hoffen, dass sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bewahrheiten. Bangen, dass Trump noch schlimmer ist, als befürchtet. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) setzt dabei auf das Prinzip Hoffnung. "Ich hoffe, dass es auch unter der Präsidentschaft Trumps außenpolitische Kontinuität und Verlässlichkeit gibt", sagte Dreyer unserer Zeitung. Sie wünsche sich, dass die bisherigen guten Wirtschaftsbeziehungen nicht infrage gestellt werden.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) warnt vor den von Trump geplanten Schutzzöllen und der Einschränkung des freien Handels . Das gefährde Arbeitsplätze auch in Rheinland-Pfalz.

"Wettbewerbsbeschränkung und Marktabschottung sind für den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz vollkommen inakzeptabel", sagt Wissing. Von Januar bis Oktober 2016 wurden laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier Waren im Wert von rund 3,8 Milliarden Euro von Rheinland-Pfalz in die USA ausgeführt.

Damit sei das Land der zweitwichtigste Exportmarkt für die rheinland-pfälzische Wirtschaft. Daher betrachtet man die Aussagen Trumps zur Außenhandelspolitik mit Sorge bei der Kammer. Allerdings müsse man erst einmal abwarten, welche seiner Ankündigungen tatsächlich umgesetzt würden, mahnt die IHK-Außenhandelsexpertin Susanne Kant zur Gelassenheit.

Auch der Vorsitzende des deutsch-amerikanischen Freundschaftsvereins Host-Nation-Council in Bitburg, Jan Niewodniczanski, warnt davor, sich von Trumps Äußerungen zur Nato, die er für überflüssig hält, irritieren zu lassen. Für die Politikwissenschaftlerin Sarah Wagner von der Atlantischen Akademie in Kaiserslautern ist klar, dass die amerikanische Politik unter Trump unberechenbarer und womöglich auch widersprüchlicher werde. Mehr zum Thema

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