Trier: Eintracht Trier: Neue Führung und sportliche Probleme

Trier : Eintracht Trier: Neue Führung und sportliche Probleme

Eintracht Trier – ein Mittelfeldteam in der Fußball-Oberliga. Mit dieser Zwischenbilanz wollen sich nicht viele Fans des Traditionsvereins abgeben. Doch zum Ende des Jahres 2018 ist sie Realität. Rang zehn, sechs Siege, sieben Unentschieden, sechs Niederlagen – so lautet die Ausbeute nach 19 Spielen.

Dabei hatte der SVE ganz andere Ziele.

Nach einer überraschend gut verlaufenen Saison 2017/18, als die Eintracht trotz des Einbaus mehrerer A-Jugendlicher einen beherzten Fußball bot und nur die Übermacht des FC Homburg und des FK Pirmasens Gedanken an eine direkte Rückkehr in die Regionalliga verhinderten, wollte der SVE in der aktuellen Spielzeit den nächsten Schritt machen. Mit punktuellen Verstärkungen und dem größeren Erfahrungsschatz der eigenen Talente wurde der Aufstieg in den Blick genommen – auch wenn das explizit niemand gesagt hat.

Doch die Mannschaft kam nicht in Tritt – schon die Niederlage im ersten Spiel zu Hause gegen RW Koblenz war ein  Stimmungskiller. Auserkorene Führungsspieler waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt, die Neuzugänge schlugen nicht alle wie erhofft (direkt) ein, auch der eigene Nachwuchs hatte mit großen Formschwankungen zu kämpfen.

Nach dem 2:2-Unentschieden in Idar-Oberstein am 29. September wurde Trainer Daniel Paulus entlassen. Josef Cinar – als Spieler in den Wochen zuvor unter seinen Möglichkeiten geblieben – wurde zum neuen Coach auserkoren. Die Spielerkarriere des 34-Jährigen endete damit abrupt.

Cinar muss sich in neuer Rolle zurechtfinden und tut dies an der Seite von Torge Hollmann, der neben seinem Job als SVE-Geschäftsführer als Co-Trainer installiert wurde.

Das Duo hat mit denselben Problemen zu kämpfen wie Vorgänger Paulus. Der Kader ist im Sturm (auch wenn der SVE mit Jan Brandscheid derzeit den Führenden in der Oberliga-Torschützenliste stellt) und im zentralen defensiven Mittelfeld personell auf Kante genäht. Besonders deutlich wurde das zuletzt, als mehrere Stammspieler verletzungsbedingt ausfielen.

Gefordert ist in dieser Phase auch die Führungsriege der Eintracht, die im Sommer auf bemerkenswerte Weise neu besetzt worden ist. Der Unternehmer Helmut Meeth, zuvor Boss des FSV Salmrohr, übernahm Anfang Juli beim Rivalen von der Mosel das neu geschaffene Amt des Präsidenten. Neben „Vize“ Roman Gottschalk (zuständig für den Bereich Jugend) bildeten Dieter Friedrich (Finanzen) und SVE-Legende Horst Brand (Sport) das vierköpfige Führungsgremium. Doch schon bald gab es Knatsch: Im September trat Friedrich nach Differenzen mit Meeth zurück.

Die neue Struktur an der Vereinsspitze ging einher mit einem radikalen Schuldenschnitt. Die Verbindlichkeiten des SVE waren auf 2,3 Millionen Euro gestiegen. Gespräche im Vorfeld der Jahreshauptversammlung im Sommer haben dazu geführt, dass Gläubiger auf eine Summe von knapp 1,6 Millionen Euro verzichten. Hinzu kommt eine Rangrücktrittserklärung über eine Summe von knapp 580 000 Euro.

Die Eintracht hat wieder Luft zum Atmen bekommen – das ist wohl die beste Nachricht für den SVE im Jahr 2018. Sie ist gleichsam Verpflichtung, den Verein langfristig wieder in bessere Bahnen zu lenken. Das ist auch eine andere Entscheidung, die im Mai verkündet wurde. Eintracht Trier ist als erster Club im Fußballverband Rheinland (FVR) als Ausbildungsverein zertifiziert worden – dieses Projekt ist quasi eine Stufe unter einem Nachwuchsleistungszentrum angesiedelt. Diese Anerkennung soll eine qualitativ hochwertige Förderung von Talenten gewährleisten.

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