Auf Funkwellen unterwegs um den Globus

Auf Funkwellen unterwegs um den Globus

Sie sind begeistert von der Technik, und sie haben Kontakte in aller Welt. Die Mitglieder des Amateurradio-Clubs Südeifel unterhalten sich über ihre Funktstationen mit vielen Menschen.

Speicher/Salmtal. "Morgens sind die Russen da, nachmittags die Amerikaner", sagt der stellvertretende Vorsitzende des Amateurradio-Clubs (DARC) Südeifel, Albert Schneider, unter Funkern besser als DB8PA bekannt. Gemeint sind damit die Möglichkeiten, in diese Länder zu funken. Denn es hängt von den atmosphärischen Gegebenheiten ab, auf welchen Frequenzen am besten gefunkt werden kann, bestätigt Siegfried Hött (DD8PS).An diesem Nachmittag allerdings gelingt es Hött an seiner Funkstation in seinem Haus in Salmtal nicht, einen Amerikaner anzufunken. Er sendet einen CQ-Ruf aus. "Das ist, wie eine Angel mit einem Köder auswerfen, irgendwann beißt einer an", versucht Schneider das Verfahren laiengerecht zu erklären. Jeder Funker hat seine Kennung, ähnlich wie ein Nummernschild.Das Funkgerät piept und rauscht, was sich für ungeübte Ohren wie ein Radio im völligen Funkloch anhört. Doch irgendwann ist unter den Geräuschen eine Stimme zu erkennen. Italiener oder Spanier mutmaßen die beiden Funkexperten. Später können sie am Computer herausfinden, dass es sich tatsächlich um einen jungen Italiener handelt. Offizielle Sprache der Funker ist Englisch. Jeder Funker hat seine besondere Kennung, und auf der Internetseite www.ORZ. com können mit Hilfe dieser Zeichen die Profile der anderen Funker angeschaut werden.Der Ehrgeiz vieler Amateurfunker besteht darin, mit möglichst vielen Menschen rund um den Globus in Kontakt zu kommen. Ist ein Kontakt per Funk zustande gekommen, dann gibt es auch eine QSL-Karte, eine Art Ansichtskarte mit der Kennung des Funkpartners. "Man spricht über die Familie oder über das Wetter", sagt Schneider. Politische Themen sind dagegen tabu. Damit alles seine Ordnung hat und keine Unbefugten auf den Amateurfunk-Frequenzen unterwegs sind, gibt es auch eine Bandüberwachung. Und die kann auch sogenannte Schwarzfunker aufspüren.Um als Amateurfunker selbst senden zu können, muss eine Prüfung ablegt werden, sagen Hött und Schneider. Zum Abhören des Amateurfunks ist keine Prüfung notwendig.Wie in vielen Vereinen auch, geht auch beim DARC die Mitgliederzahl zurück. Das hat, wie Hött sagt, auch mit den vielen anderen Möglichkeiten zu kommunizieren zu tun. In Ländern, in denen Smartphones und Internet noch weniger verbreitet sind, gibt es noch mehr Funker.Und es gibt noch andere Probleme für die deutschen Funker. Denn die Frequenzen sind heiß umkämpft. Der Dachverband setze sich dafür ein, dass den Amateurfunkern nicht zu viele Frequenzbereiche weggenommen werden.Extra

DARC OV Südeifel, DOK K31 Gründung: 1975 Mitglieder: 38 Männer, zwei Frauen. Vorsitzender: Siegfried Hött. Clubabend: jeden letzten Freitag im Monat, 20 Uhr, Gasthaus Unter den Kastanien in Speicher. Die "Hausfrequenz", auf der sich die Mitglieder gerne am Wochenende oder abends treffen, lautet 439,150 MHz (R90), DB0FMW. noj Weitere Infos im Internet unter darc.de/distrikte/k/31