Bitburgs Tafelsilber ist grün und wächst

Bitburgs Tafelsilber ist grün und wächst

Von Wirtschaftskrise keine Spur: Das Geschäft mit dem Wald läuft gut. Knapp 900 Hektar misst der Wald der Stadt Bitburg. Die Bewirtschaftung des Stadtwalds soll 2014 Einnahmen von 86 000 Euro bringen. Das sind 6000 Euro mehr als im Vorjahr.

Bitburg. Hätte die Stadt Bitburg eine riesige Schatzkiste, dann wäre der Stadtwald darin sicher das Tafelsilber. Jahr für Jahr verdient die Stadt mit dem Forst. Auf zwölf Jahre gesehen bringen die Bäume Gewinne in Höhe von zusammengerechnet rund einer Million Euro. Haupteinnahmequelle des Forstbetriebs ist natürlich der Holzverkauf.
Doch wie viel Geld Bitburg tatsächlich in einem Jahr mit ihrem Wald verdienen kann, hängt von zahlreichen Faktoren ab, die die Stadt nicht alle selbst in der Hand hat. Liegen die Holzpreise beispielsweise wegen eines Überangebots infolge von Sturmschäden am Boden, lassen sich Fichte und Co kaum versilbern. So haben zum Beispiel die Sturmtiefs "Kyrill" im Jahr 2007 und "Emma" 2008 dazu geführt, dass der Holzmarkt übersättigt war und auch im Bitburger Stadtwald deshalb weniger Holz geschlagen wurde, weil es sich nicht gut vermarkten ließ.
Jenseits von Sturmschäden ist das Geschäft mit dem Wald aber auch abhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage. Wird beispielsweise weniger gebaut, sinkt die Nachfrage nach Industrieholz - und damit dann wieder auch die Preise, die sich damit pro Festmeter (siehe Extra) erzielen lassen. Und der Holzmarkt, so erklärt Revierförster Otmar Koch, sieht recht erfreulich aus. "Die Nachfrage hat sich im zweiten Halbjahr 2013 nochmals gesteigert", sagt Koch und verweist auf "stabil gute Preise" beim Nadelholz. Das wird etwa als Bauholz vermarktet oder zur Herstellung von Papier oder Spanplatten. So ist mengenmäßig der größte Einschlag auch bei Fichten und Tannen geplant (siehe Extra). "Auch beim Brennholz haben die Preise angezogen", sagt Koch.
Zahlen die Abnehmer gut, plant Revierförster Koch auch mehr Holz zu ernten als etwa in den Jahren schlechter Holzpreise. Genau das ist der Punkt, den die Stadt in der Hand hat: die Entscheidung, wie viel Holz welcher Baumarten geerntet werden soll. Festgelegt wird das im Forstwirtschaftsplan, der der Stadtrat einstimmig für 2014 beschlossen hat. Eingeschlagen werden sollen rund 5000 Festmeter Holz. Das entspricht etwa 200 großen LKW-Ladungen voll Holz. Damit sollen 2014 fast 1000 Festmeter mehr Holz geerntet werden als im Vorjahr.
Der Verkauf des Bitburger Holzes soll im kommenden Jahr Einnahmen von knapp 300 000 Euro bringen. Abzüglich aller Kosten, wobei vor allem das Personal mit rund 170 000 Euro zu Buche schlägt, plant Revierförster Otmar Koch für 2014 mit einem Gewinn von 86 000 Euro für die Stadt Bitburg.Extra

Der Festmeter: Ein Festmeter ist die gebräuchlichste Maßeinheit beim Handel mit Holz. Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter fester Holzmasse ohne Zwischenräume. Für Fichten-Sägeholz gab es 2013 etwa bis zu 100 Euro pro Festmeter. Die Ernte: Für 2014 plant die Stadt in ihrem knapp 900 Hektar umfassenden Stadtwald den Einschlag in folgenden Baumarten: Fichte/Tanne: 2350 Festmeter; Buche: 1750 Festmeter; Kiefer/Douglasie/Lärche: 350 Festmeter und Eiche: 350 Festmeter. Macht zusammen eine Ernte von 5000 Festmetern - und damit insgesamt 800 Festmeter mehr als im vergangenen Jahr. Das Gemeinschaftsrevier: Seit 2009 bilden die Stadt Bitburg sowie die Gemeinden Fließem und Steinborn ein Gemeinschaftsrevier, das von einem Forstteam gemeinsam bewirtschaftet wird. Das Revier hat insgesamt eine Größe von rund 1650 Hektar Wald. Davon gehören 900 Hektar der Stadt Bitburg, 650 Hektar Steinborn. Der Rest zählt zur Gemeinde Fließem. Durch das Gemeinschaftsrevier spart Bitburg Jahr für Jahr im Vergleich zu 2008 etwa Personalkosten von mehr als 10 000 Euro. scho