Das jüdische Erbe schützen

Das jüdische Erbe schützen

In seiner nächsten Sitzung befasst sich der Hellenthaler Planungsausschuss mit dem Gelände der ehemaligen Synagoge Blumenthal. Der Landschaftsverband Rheinland will das Areal künftig als Bodendenkmal schützen lassen.

Blumenthal. (red) Der Hellenthaler Planungsausschuss befasst sich am kommenden Dienstag, 13. April, mit dem Gelände, auf dem einst die im Jahre 1938 von den Nationalsozialisten zerstörte Blumenthaler Synagoge stand.

Der Fachausschuss berät bei dieser Gelegenheit über den Antrag des Rheinischen Amts für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbands (LVR), die so genannte "Wüstung Synagoge Blumenthal" als Bodendenkmal eintragen zu lassen. Die Verwaltung der Stadt empfiehlt dem Ausschuss, diesem Antrag zuzustimmen.

Bereits im September 2008 hatte das Amt die Eintragung angeregt, allerdings hatte sich der Grundeigentümer dagegen ausgesprochen.

Nachdem klar war, dass dessen Zustimmung gar nicht erforderlich ist, bat die Gemeinde das LVR-Amt schließlich, zu klären, ob die Voraussetzungen für eine Unterschutzstellung hier gegeben seien.

Als "Gesamtpaket" betrachten



Es ging um die Frage, ob die Annahme, dass sich im Boden Reste der Fundamente der Synagoge befinden, aber über der Erde nichts mehr zu sehen ist, ausreicht, um als Denkmal eingetragen zu werden.

Das dem so ist und dass man eindeutig von unterirdischen Überresten ausgehen könne, bestätigte das Fachamt ausdrücklich.

"Nun muss die Politik entscheiden", so Hellenthals Bürgermeister Rudolf Westerburg. Für ihn mache die offizielle Unterschutzstellung nun, da die rechtliche Lage geklärt sei, Sinn: "Für das vom Arbeitskreis Judit.H initiierte jüdische Mahnmal direkt neben dem Gelände hat die Gemeinde das Grundstück zur Verfügung gestellt. Man kann das mit der geplanten Eintragung des Synagogengeländes als Bodendenkmal als ein Gesamtpaket sehen."

Das Mahnmahl wurde in der Vergangenheit bereits zwei Mal beschädigt.

Während nach dem ersten Vorfall auch ein Materialfehler in Betracht gezogen wurde, geht der Staatsschutz davon nach der zweiten Beschädigung Ende Februar diesen Jahres nicht aus. Den Stein, mit dem die Glasscheibe des Objekts vermutlich beschädigt wurde, fand man direkt vor dem Denkmal.

"Wir gehen nach wie vor voneiner Sachbeschädigung durch einen Steinwurf aus. Ein Täter konnte allerdings bis heute nicht gefunden werden", sagte ein Sprecher des Staatsschutzes, der die weiter andauernden Ermittlungen übernommen hat, auf Nachfrage.

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