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Mehr Fläche für gemeinsame Stunden

Mehr Fläche für gemeinsame Stunden

Weil die beiden Bitburger Mitfahrerparkplätze in Richtung Trier und Luxemburg gut angenommen und zeitweise auch überlastet sind, werden beide derzeit um rund 320 Quadrat meter erweitert und damit flächenmäßig nahezu verdoppelt.

Bitburg. Ob es an ständig steigenden Spritpreisen, ökologischem Bewusstsein oder einfach nur an dem Wunsch nach Geselligkeit während der Fahrt liegt, wurde bisher noch nicht untersucht, spielt aber im Endeffekt auch gar keine Rolle. Tatsache ist: Die insgesamt drei Mitfahrerparkplätze, die im Auftrag der Stadt Bitburg vor wenigen Jahren angelegt wurden, werden von den Pendlern gerne und gut genutzt, weshalb zwei davon jetzt vergrößert werden: das Areal am Knotenpunkt von B 51, K 42 und Saarstraße für Pendler in Richtung Trier, und der Platz an der K 22 mit direkter Zufahrt zur B 257, die von Bitburg nach Echternach führt.16 bis 18 weitere Plätze pro Mitfahrerparkplatz

"Beide sollten schon seit längerer Zeit vergrößert werden", sagt Roland Kill vom Landesbetrieb Mobilität in Gerolstein, weil die Autofahrer teilweise schon auf den benachbarten Feldern parken würden. Und im Zuge anderer Baumaßnahmen an der B 50 und B 257 bei Masholder, Metterich, Sonnenhof und Sinspelter Berg seien die Parkflächen nun schließlich in Angriff genommen worden.Größere Erdbewegungen hat es an beiden Standorten bereits gegeben, und wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden die Anlagen jeweils um eine rund 16 mal 20 Meter große Fläche erweitert sein und damit 16 bis 18 weitere Plätze pro Mitfahrerparkplatz zur Verfügung stehen.Der Platz an der B 51, auf dem derzeit wegen der Baumaßnahme vollständiges (und missachtetes) Halteverbot herrscht, soll in den kommenden Tagen mit Schotter aufgefüllt und dann wieder geöffnet werden. Lediglich Mitte Mai werde dieser dann vorübergehend wieder gesperrt sein, erklärt Kill, weil dann in der Mitte ein zirka fünf Meter breiter Streifen asphaltiert werde. Die Anlage nahe der B 257, die bisher noch uneingeschränkt genutzt werden kann, werde voraussichtlich Ende Mai, Anfang Juni fertig sein. Wie hoch die Kosten des Ausbaus sind, könne er allerdings nicht sagen, erklärt Kill, "da wir die ganzen Maßnahmen in einen Topf geworfen haben" (siehe oben). Da die Fläche an der Ausfahrt Masholder aber an einer Kreisstraße liege, beteilige sich auch der Landkreis mit insgesamt 24 000 Euro an der Maßnahme, fügt er hinzu.Froh über die Erweiterung der Parkplätze sind nicht nur die Fahrgemeinschaften, sondern auch die Stadt Bitburg. "Wir begrüßen das sehr", sagt Werner Krämer, Pressesprecher der Stadt, welche die beiden Anlagen vor fünf Jahren für rund 30 000 Euro - davon 17 500 Euro Landeszuschuss - errichtet hatte, bevor dann vor einiger Zeit der Landesbetrieb Mobilität die Unterhaltung übernahm.Noch nicht geklärt ist allerdings die Zukunft des dritten Mitfahrerparkplatzes in Bitburg. Dieser liegt bei Stahl, an der B 50 in Richtung Oberweis, und erfreut diejenigen, die unmittelbar neben den zum Teil frühmorgens abgestellten und spätabends wieder abgeholten Autos leben, eher weniger bis gar nicht (der TV berichtete). Seit Jahren gibt es deshalb die Überlegung, den Parkplatz in die Nähe der neuen Abfahrt nach Stahl zu verlagern, doch das kann noch einige Zeit dauern. "Es gab einige Diskussionen, und das Land hat auch bereits eine Fläche erworben", sagt der Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität, allerdings gebe es dafür derzeit noch kein Baurecht. Und nach Aussage Krämers ist dieses Vorhaben auch im Bitburger Stadtrat in jüngster Zeit kein Thema gewesen. Meinung Gelebter Klimaschutz Mit öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) ist im ländlichen Raum kaum etwas zu gewinnen: Zu viel Fläche, allzu lückenhafte Fahrpläne, die es kaum möglich machen, ohne stundenlange Zeitopfer von A nach B zu kommen und dann aber ganz sicher nicht mehr zurück - wer ernsthaft von Menschen in der Eifel verlangt, grundätzlich zum Klimaschutz auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, macht sich lächerlich. Dass dies nichts mit dem Fehlen von Umweltbewusstsein zu tun hat, und die Menschen in der Eifel schlau genug sind zu erkennen, dass eine möglichst effektive Nutzung der eigenen PKW nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel schont, zeigt der Erfolg der vor einigen Jahren installierten Mitfahrerparkplätze an den Bundesstraßen rings um Bitburg. Es ist gut, dass sie angenommen werden, und noch besser ist es, dass auf die erfreuliche Überlastung der Stellflächen mit dem Ausbau reagiert wird. Hier muss weitergearbeitet werden. Denn auch wenn es nur ein kleiner Beitrag ist, so dokumentieren gut genutzte Mitfahrerparkplätze viel mehr als unnötige Busspuren auf der B 51 und unrealistische Forderungen zum ÖPNV den gelebten Willen zum Klimaschutz. l.ross@volksfreund.de