Mit Hammer und Meißel, mit Papier und Stift

Mit Hammer und Meißel, mit Papier und Stift

Der Schriftsteller und Wahl-Kyllburger Bernd Imgrund liest am Sonntag, 13. November, um 16.30 Uhr in den Räumen der Stiftskirche aus seinem neuen Werk "Mein Haus in der Eifel: Vom Städter, der auszog, Batralzem zu trinken".

Kyllburg. "In der Küche fehlte der Boden. Durch die weggefressenen Dielen lugte der Felsen, auf dem das Haus einst erbaut worden war. Ein Gänseblümchen labte sich am Sonnenlicht, das durch die zerborstenen Scheiben des Sprossenfensters fiel."
Ein Haus mit morbidem Charme


Es ist dieser morbide Charme, in den man sich einfach verlieben muss. Bernd Imgrund hat ihn in Kyllburg gefunden. Im vergangenen Jahr hat er sich dort ein 300 Jahre altes Haus gekauft. Und sich an die Arbeit gemacht, mit Hammer und Meißel und mit Papier und Stift. Denn auf welche Weise er das alte Haus aus dem Dornröschenschlaf erweckt hat, das erzählt er in seinem neuen Buch, das diesen Herbst im Hillesheimer KBV-Verlag erschienen ist.
In "Mein Haus in der Eifel: Vom Städter, der auszog, Batralzem zu trinken" beschreibt der in Köln geborene Autor das Heranreifen einer Liebe, die groß, echt und manchmal zum Lachen komisch ist: die Liebe zum Landleben, zur Eifel und auch zu ihren Bewohnern.
Berührungsängste waren bei der Schreibarbeit fehl am Platz. Denn Bernd Imgrund speist seine Kapitel aus dem, was er erlebt hat. Dafür hat er sich diesen Sommer zum Beispiel mal einen ganzen Tag lang auf die Mitfahrerbänke in Kyllburg gesetzt und sich von manchmal gar nicht so fremden Gesichtern mitnehmen lassen (der TV berichtete).
Im Buch finden sich auch Gespräche wieder, etwa mit Schriftsteller-Kollege Norbert Scheuer, der ebenfalls ein Zweithaus in Kyllburg besitzt. Und Imgrunds Gedanken und Erlebnisse, zum Beispiel die bei einer Wanderung nach Bitburg oder einem Aufenthalt im Kloster St. Thomas.
Und von Unterhaltungen, die er in der Bahnhofskneipe in Kyllburg geführt hat. Auch dort hat er sich Tipps für's Renovieren von seinen neuen Freunden geholt. Manchmal half aber nur noch jener Schnaps, den die Eifeler trinken: Batralzem. Kein Problem für Bernd Imgrund, der erzählt, dass sein Vater ihn einst in der Kneipe seiner Tante unter einen Zapfhahn gehalten und mit Kölsch getauft habe.
Am kommenden Sonntag, 13. November, 16.30 Uhr, kommt der Autor für eine Lesung in die Räume der Stiftskirche Kyllburg. Der Eintritt ist frei, ein Körbchen, Hut oder ähnliches geht um.
Extra

Bernd Imgrund wurde 1964 in Köln geboren. Er arbeitete dort unter anderem als Redakteur für ein Stadtmagazin und hat mehr als 25 Romane und Sachbücher veröffentlicht, insbesondere Reisereportagen. Darin beschäftigt er sich mit Kneipen, Tischtennis und der männlichen Psyche. Allein sein Buch "111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss" verkaufte sich mehr als 100 000 Mal. Seit Bernd Imgrund mit seiner Familie das Zweithaus in Kyllburg besitzt, kommen er und seine Frau und seine beiden Kinder nun öfter nach Kyllburg, das Schauplatz seines neuen Werks ist. eib Bernd Imgrund: "Mein Haus in der Eifel: Vom Städter, der auszog, Batralzem zu trinken", 272 Seiten, KBV Edition Eyfalia 2016, 10,95 Euro.