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Noch lange nicht in trockenen Tüchern

Noch lange nicht in trockenen Tüchern

Die Verbandsgemeinde Südeifel und die stadt Echternach möchten gemeinsam ein Schwimmbad bauen. Ob das klappt, ist ungewiss. Noch fehlt es an der notwendigen Finanzierung.

IRREL/ECHTERNACHERBRÜCK Die Ausgangslage ist schnell erklärt: Das Hallenbad in Irrel ist marode. Keine fünf Kilometer Luftlinie davon entfernt, im luxemburgischen Grenzstädtchen Echternach, steht ein weiteres Schwimmbad, das ebenfalls sanierungsbedürftig ist. Weshalb sich die politisch Verantwortlichen dies- und jenseits der Grenze überlegt haben, für beide Probleme eine gemeinsame Lösung zu finden.
Statt beide Schwimmstätten aufwendig zu sanieren, wollen sie gemeinsam ein neues Hallenbad errichten. Es soll kein Erlebnisbad werden, kein Spaßbad mit Rutschen, hohem Sprungturm und Bistro, sondern nur eine schlichte Sportstätte, in der in erster Linie geschwommen, beziehungsweise das Schwimmen erlernt werden soll. Darin sind sich die Verantwortlichen einig. Und einen geeigneten Standort gibt es auch schon: ein Grundstück in Echternacherbrück.
Das Einzige, was noch fehlt, um das Vorhaben zu realisieren, ist die Finanzierung. 14,3 Millionen Euro stehen als Ansatz im Raum. Und da stehen sie nun.
"Wir sind unabdingbar auf eine Förderung des Landes angewiesen", sagt Moritz Petry, Bürgermeister der VG Südeifel. "Und genau da beißt sich die Katze in den Schwanz", fügt Petry hinzu. Denn um in den Genuss einer Förderung zu kommen, muss die VG zunächst nachweisen, dass sie sich das Vorhaben leisten kann. Doch könnte sie das so ohne weiteres, wäre sie nicht so dringend auf die finanzielle Unterstützung angewiesen.
"Wir stecken pro Jahr 320 000 Euro in die Unterhaltung des Irreler Schwimmbads", erklärt der Bürgermeister. Würde die VG jetzt das Bad in Irrel schließen und dafür in Echternacherbrück ein neues bauen, so dürfe es unterm Strich für die Verbandsgemeinde nicht teurer werden, erklärt Moritz. Und abdeckt werden müssten dadurch nicht nur die laufenden Kosten, sondern auch die Kredite für den Bau.
"Wenn wir ein Schwimmbad für fast 15 Millionen Euro bauen, dann sind 320 000 Euro pro Jahr schon recht ambitioniert", so Petry.
Nun soll das Schwimmbad ja ein deutsch-luxemburgisches Gemeinschaftsprojekt werden. Und da in Echternach fast drei Mal so viele Schüler unterrichtet werden wie in Irrel und allein deshalb schon der Bedarf an einem Schulschwimm-Angebot im Nachbarland deutlich größer ist als in Irrel, sind sich die Partner einig, dass sich Luxemburg auch stärker an den Kosten beteiligen würde.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das Schwimmbad über das so genannte Interreg zu fördern. Mit diesem Programm unterstützt die EU grenzüberschreitende Kooperationen. Allerdings sei die Beantragung der Interreg-Mittel nicht so einfach, sagt Petry.
Denn dafür müsse zunächst eine fertige Planung vorliegen. "Und da sich ein Architekt für ein solches Projekt auch fürstlich entlohnen lässt, hauen wir dann vielleicht 300 000 Euro für eine Planung raus, bevor wir überhaupt wissen, was dabei rauskommt", sagt der Bürgermeister.
Zudem gebe es bei Interreg keine festen Fördersätze, sondern nur einen Topf, aus dem sich alle bedienten, fügt er hinzu. "Je nachdem wie viele Anträge es gibt, ist dieser Topf auch schnell leer." Nach Auffassung von Petry ist es sinnvoller, die Interreg-Mittel erst dann zu beantragen, wenn das Projekt bereits genehmigt und die Unterstützung durch das Land gesichert ist. Voraussetzung dafür ist allerdings zunächst eine entsprechende Priorisierung des Vorhabens durch den Kreis.
Der VG-Bürgermeister hofft deshalb darauf, dass der Sportstättenbeirat des Jugendhilfeausschusses das geplante Schwimmbad recht weit oben auf der Prioritätenliste positioniert. Damit ein Landeszuschuss beantragt werden kann.
Denn letztlich ist das geplante Vorhaben in Echternacherbrück nur eine von vier Optionen. Option Nummer zwei wäre eine umfassende Erneuerung des Irreler Hallenbads und Option drei eine Sanierung, die sich nur auf das Notwendigste beschränkt.
Und dann gibt es noch die vierte aller Möglichkeiten. Das wäre dann auch die wirtschaftlichste Variante. Nur gibt es dann eben kein Schwimmbad mehr. Weder in Irrel, noch in Echternacherbrück.