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Nur die Bahn muss jetzt noch wollen

Nur die Bahn muss jetzt noch wollen

GONDELSHEIM. Viel Spaß für Testpiloten: Die Verbandsgemeinden (VG) Prüm und Gerolstein haben ihre Bürger probeweise zum Draisinen fahren eingeladen. Für die Teilnehmer war es ein großer Spaß. Was fehlt, um das Projekt richtig in Gang zu bringen, ist eine Nutzungseinigung mit der Bahn AG.

"Super - eine ganz tolle Sache", freut sich Elvira Wahl aus Willwerath beim Probe-Fahrtag in Gondelsheim. "Draisinen sind wirklich etwas Besonderes. Vor allem, weil man mit mehreren Leuten zusammen fahren kann." Genau das kann jeder an diesem heißen Frühlings-Freitag auprobieren, viele sind der Einladung gefolgt und treten begeistert in die Pedale.Drei Modelle, ein Favorit

Die Verbandsgemeinden Prüm und Gerolstein haben sich für das Projekt auf dem still gelegten Gleis zwischen der Brunnenstadt und der Prümtalgemeinde Pronsfeld zusammen getan (der TV berichtete). Die Strecke wird allerdings nicht durchgängig befahrbar sein: In Prüm sind die Gleise längst demontiert. Aber dem Spaß soll das keinen Abbruch tun."Wir wollen heute einfach mal präsentieren, wie das vonstatten geht", sagt die Prümer Landtagsabgeordnete Mathilde Weinandy, nachdem sie die ersten Testfahrer instruiert und auf die Reise geschickt hat. "Und nicht zu wild rasen. Viele können sich nämlich nichts unter den Draisinen vorstellen."Drei verschiedene Modelle sind im Gespräch und dürfen ausprobiert werden. Johann Thomas (VG Prüm) erklärt Funktion und Bauweise. Der Favorit: eine Leichtbau-Draisine mit Gangschaltung, gebaut von der Firma Gierten in Willwerath. Thomas: "Wir wollen mit dem Projekt ja auch das Handwerk unterstützen." Der Stückpreis liege bei schätzungsweise 2500 Euro. "Wir werden für den Anfang wahrscheinlich zehn bis zwanzig davon brauchen", sagt Thomas.Entlang der Strecke versprechen sich die Planer einen Schub vor allem für die Gastronomie. Kein unrealistischer Traum: Ähnliche Projekte im Extertal (Nordrhein-Westfalen) und im Glahntal bei Bad Kreuznach laufen sehr erfolgreich. "Ich bin im Glahntal mitgefahren und muss ehrlich sagen: Ich bin begeistert", berichtet Magdalena Winter von der VG Gerolstein. "Das Problem sind nur die Eigentumsverhältnisse." Stimmt: Mit der Bahn haben die Kommunen nämlich noch keine Einigung erzielt über einen Kauf, eine Pacht oder eine sonstige Vereinbarung zur Nutzung der Strecke. Zumal man dort immer noch keinen richtigen Ansprechpartner auftreiben konnte. Mathilde Weinandy: "Und wenn wir dann mal glauben, einen zu haben, dann ist der am nächsten Tag nicht mehr verantwortlich."Es bleibt also vorläufig ungewiss, ob die Strecke im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden kann.Schön wäre es ja, da sind sich alle Tester nach den ersten Touren einig. "Und die Bauern hätten auch was davon", ruft eine Besucherin. "Dann können sie sonntags mit der Mutter Draisine fahren und den Mercedes stehen lassen."