"Operative Gründe"

Berlin/Spangdahlem. (dj) Bei seinem Antrittsbesuch in Bitburg vor gut zwei Wochen sprach SPD-Bundestagsabgeordneter Karl Diller darüber, wie er sich für die Menschen in der Eifel einsetzen möchte. Ein Hauptanliegen der Bürger, für das er sich von Berlin aus stark machen soll, ist der Fluglärm, der von der US-Air-Base Spangdahlem ausgeht.

Die Briefe und E-Mails türmen sich im Berliner Abgeordnetenbüro von Karl Diller. Die Anzahl der Fragen und Anliegen der Menschen aus der Region, die den Hermeskeiler in der Hauptstadt erreichen, sind enorm. Eines der bestimmenden Themen waren im April die nächtlichen Triebwerks-Testläufe im Freien auf der US-Air-Base Spangdahlem. Diller versprach, sich um das Thema zu kümmern und hat das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) um Abhilfe gebeten. Die Antwort des Ministeriums: Nach der luftrechtlichen Genehmigung seien Triebwerksprobeläufe vor 7 Uhr und nach 19 Uhr zu unterlassen. Doch zu jeder Regel gibt es auch hier eine Ausnahme: Hiervon dürfe abgewichen werden, soweit dies "zur Erfüllung militärischer Aufgaben dringend notwendig" sei. "Das Bundesministerium der Verteidigung ist meiner Bitte gefolgt und hat die US-Streitkräfte darauf hingewiesen, zukünftig einen noch strengeren Maßstab bei der Abwägung von zwingenden operationellen Notwendigkeiten und dem Lärmschutz der Bevölkerung anzulegen", teilt der Hermeskeiler SPD-Bundestagsabgeordnete dem TV mit. In seiner Antwort räumt das BMVg ein, dass es in den Monaten März und April neun Triebwerks-Testläufe über die zulässigen Zeiten hinaus gegeben habe, davon zwei bis nach Mitternacht. "Aus operativen Gründen" habe aber eine Notwendigkeit dazu bestanden, da die getesteten Flugzeuge für Einsätze in den frühen Morgenstunden des jeweils folgenden Tags vorgesehen waren. In jedem Fall rauben die nächtlichen Triebwerkstests den Anwohnern der Air-Base den Schlaf. Auf Dillers Frage, ob auf der Air-Base Spangdahlem immer mehr im Ausland stationierte F 16 Nachtflugtraining absolvierten, betonte das BMVg, dass daran keine zusätzlichen, im Ausland stationierten Kampfflugzeuge teilnähmen. Allerdings sei aus Gründen der Überlebensfähigkeit der fliegenden Besatzungen auch eine Nachtflugausbildung erforderlich.

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