Stadtrat 50 plus bringt sich in Position

Stadtrat 50 plus bringt sich in Position

Das durchschnittliche Stadtratsmitglied ist 55,8 Jahre alt, männlich und Akademiker. Doch was ist schon Durchschnitt? Zur konstituierenden Sitzung kamen Bitburgs Kommunalpolitiker erstmals nach der Wahl zusammen - unter ihnen vier neue Mitglieder und 24 bekannte Gesichter.

Bitburg. Stühlerücken. Die alte Sitzordnung passt nicht mehr, nachdem Grüne und SPD gestärkt aus der Kommunalwahl hervorgegangen sind. Die CDU belegt als stärkste Fraktion nach wie vor die Plätze am Fenster - sozusagen zur Rechten des Bürgermeisters. In der Mitte - erstmals gibt es drei gleichstarke Fraktionen - muss umgebaut werden. Grüne und SPD brauchen mehr Platz, während die Reihe der Liste Streit sich gelichtet hat, womit Platz für Marie-Luise Niewodniczanska (FDP) entsteht, die es über alle Maßen bedauert, die Liberalen wieder alleine vertreten zu müssen.
Die neuen alten Beigeordneten


Herzstück der konstituierenden Sitzung ist aber natürlich nicht das Stühlerücken, sondern die Beigeordneten-Wahl. Ergebnis nach drei geheimen Wahlgängen: Das Team aus der Legislaturperiode zuvor ist auch die nächsten fünf Jahre im Rennen (der TV berichtete). Michael Ringelstein (CDU) als erster Beigeordneter, Josef Heuzeroth (Liste Streit) als Zweiter und Hermann Josef Jutz (FBL) als Dritter im Bunde. Keine Gegenkandidaten, kein Störfeuer. So nüchtern und sachlich war die Besetzung dieser Prestige-Posten in den vergangenen 15 Jahren nicht.
Nun ja, der Rat ist ja auch älter geworden. Weitestgehend sind es die gleichen Leute wie zuvor. Lediglich Thomas Mutsch (CDU), Bernd May und Heinrich Paul Bies von den Grünen sowie Irene Weber (SPD) sind zum allerersten Mal in dem Gremium. Der Rest - also immerhin 24 Mandatsträger sind alles alte Hasen sowie Wiedereinsteiger Thomas Barkhausen (SPD).
Mit 34 Jahren blickt Peter Kockelmann (Liste Streit) auf die längste Ratserfahrung zurück. Als 27-Jähriger zog es ihn in die Kommunalpolitik. Solche Jungspunde gibt es inzwischen nicht mehr. Mit 35 ist Thomas Mutsch (CDU) der Jüngste, Marie-Luise Niewodniczanska (FDP) mit 76 Jahren die Älteste. Der Durchschnitt liegt rein rechnerisch bei 55,8 Jahren. Mit einem Altersschnitt von 48 Jahren ist die CDU die jüngste Fraktion. Die beste Frauenquote hat die SPD, wo von vier Ratsmitgliedern zwei Frauen sind, gefolgt von der FBL, in deren fünfköpfiger Riege zwei Frauen sitzen. Ein reiner Männerverein ist die Liste Streit. Insgesamt sind sieben von 28 Räten Frauen - also gerade mal ein Viertel. Etwa zwei Drittel der Räte haben studiert - Medizin, Pharmazie, Psychologie, Juristerei oder auch BWL, Architektur oder Lehramt sind vertreten. Als einziger Handwerker vertritt der selbstständige Schreinermeister Willi Notte seine Zunft.
Bürgermeister Joachim Kandels dankt allen, die sich in der vergangenen Legislatur engagiert haben, nun aber nicht mehr dabei sind (siehe Extra). Ob es nun um den umstrittenen Innenstadtring geht, die anstehende Konversion der Kaserne oder den Ausbau Fußgängerzone: Was dieser Rat entscheidet, wird das Gesicht der Stadt in Zukunft prägen. Das macht Kommunalpolitik spannend. Und für die Arbeit verdienen die ehrenamtlichen Ratsmitglieder Respekt.Extra

Für ihr kommunalpolitisches Engagement ehrte Bürgermeister Joachim Kandels folgende ausgeschiedene Mitglieder für fünf Jahre: Rainer Bertram, Hans Jürgen Götte, Franz-Josef Hankes und Guido Maier sowie Ortsvorsteher Josef Klein. Jürgen Port wurde für sieben und Klaus Befort für zehn Jahre Ratsarbeit geehrt. Großen Applaus erhielten Elfriede Graupeter und Horst Werner nach 25 Jahren Ratsarbeit. Johann Babtist Lichter war 35 Jahre im Ortsbeirat Irsch aktiv, aber in der Sitzung nicht anwesend. Auch aktive Ratsmitglieder wurden für langjähriges Engagement geehrt: Peter Berger (20 Jahre), Stephan Garçon (20), Marie-Luise Niewodniczanska (20), Rudolf Rinnen (21), Manfred Böttel (30) und Peter Kockelmann (34). scho