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Wasser macht frei vom Weltmarkt

Wasser macht frei vom Weltmarkt

Zur Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Rheinland-Pfalz und Saar referierte der Meteorologe Dieter Walch über weltweite Klimaveränderungen. Staatssekretärin Jacqueline Kraege hob die Bedeutung der Wasserkraft für Rheinland-Pfalz hervor.

Meckel. (jk) Weltweit werde der größte Teil regenerativer Energien aus Wasserkraft erzeugt, erklärte Staatssekretärin Kraege in Meckel. Sie betonte dabei die große Tradition der Wasserkraft, die auch in der Eifel zur Produktion des ersten Stroms gedient habe. Dieser heimische Energieträger, durch den rund drei Prozent des rheinland-pfälzischen Strombedarfs abgedeckt werden, mache unabhängig vom globalen Marktgeschehen. "Wir sehen die Wasserkraft als einen ganz wichtigen Energieträger", sagte die Staatssekretärin. Deshalb wolle die Landesregierung sowohl diesen Energieträger fördern als auch wasserökologische Anliegen unterstützen.

Walch: Umweltgipfel in Rio hat zu wenig bewirkt



Dabei verwies Kraege auf die "Aktion Blau", ein Aktionsprogramm des Landes zur Wiederherstellung naturnaher Gewässerzustände. Bislang seien weit über 600 Rückbau-Projekte mithilfe des Programms realisiert worden. Bei der Renaturierung gelte es jedoch stets, unterschiedliche Interessen abzuwägen. Dabei müsse sehr nah am Einzelfall gearbeitet werden: "Wir wollen Renaturierung da, wo sie sinnvoll ist", so die Staatssekretärin.

Die große Bedeutung klimaschonender Energieerzeugung unterstrich Dieter Walch in seinem Vortrag. Der aus dem ZDF bekannte Meteorologe referierte über die Ursachen und Folgen des Klimawandels.

"Wir haben 16 Jahre verschlafen", bemerkte Walch und bezog sich damit auf die Zeit nach dem Umweltgipfel in Rio de Janeiro im Jahr 1992. Seitdem habe sich "nicht allzuviel getan", weshalb nun umso schneller ein Umdenken stattfinden müsse. Anderenfalls sei nach Szenarien von Wissenschaftlern ein Temperaturanstieg von etwa 4,6 Grad Celsius zu befürchten.

Die regionalen Konsequenzen des Klimawandels sind laut Walch beispielsweise drastisch verlängerte Vegetationsperioden und eine veränderte Pflanzenwelt. Heimische Bäume bleiben im Wachstum zurück, und an der Mosel müssten andere Rebsorten eingesetzt werden.