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Wenn der Körper mehr sagt als viele Worte

Wenn der Körper mehr sagt als viele Worte

Er ist ein Meister im Lesen von nonverbalen Botschaften. Elie Levy kann - meistens jedenfalls - erkennen, ob jemand lügt, ob er aufgeregt ist oder sich größer macht, als er ist. Diese Kenntnisse gibt er bei Vortragsabenden am Dienstag, 27. September, in Bitburg und am Montag, 26. September, in Wittlich preis.

Bitburg/Wittlich. Was erwartet die Zuschauer bei einem Vortrag über Körpersprache? "Ich bringe Sie zum Schlafen in zehn Minuten, die Krankenkasse gibt sogar Zuschüsse und man sollte sich ein Kopfkissen mitbringen", antwortet Elie Levy beim Telefoninterview die Frage. Das ist natürlich Unsinn. Aber der gebürtige Isreali schafft es immer wieder, seine Zuhörer zu verblüffen und sie auf die falsche Fährte zu locken. Das ist lustig und unterhaltsam und fordert die volle Konzentration, um zu erkennen, was wirklich wahr ist und was nicht. Mit dem Schlafen wird es also nichts bei seinem Vortrag.

Doch so lebhaft und amüsant die Vorträge des Körpersprache-Experten sind, das, was er vermittelt, hat auch durchaus einen ernsten Hintergrund. Denn wer möchte nicht wissen, ob er belogen wird oder nicht. Dabei könne man niemals aus nur ein oder zwei Anzeichen deuten, wie genau es jemand mit der Wahrheit nimmt. "Es ist eine Summe von vielen Dingen", sagt Levy. Er spricht von Crossinformation. Wenn jemand lüge, habe er in der Regel Schuldgefühle und sei nervös. Dann könne es sein, dass er häufiger blinzelt, sich öfter die Lippen leckt. Oder er verstecke die Hände. Es gebe viele Elemente, die man deuten könne.

Allerdings gebe es auch Menschen, die das Lügen schon so verinnerlicht haben, dass es schwer zu erkennen sei, ob sie die Wahrheit sagen. Bei Kriminellen etwa sei es schon schwieriger, weil eben das Schuldgefühl bei der Lüge fehle.
Lügen oder nicht, das ist nicht das einzige Thema bei der Vorstellung von Elie Levy. Er verdeutlicht, dass es auch viele andere Faktoren gibt, die ein äußerliches Bild ergeben. Kleidung sei ein wichtiger Faktor, so seine Erfahrung. Im Interview erzählt er von einem Experiment, bei dem man Prüflinge in normaler Kleidung und in Ärztekitteln die gleichen Fragen gestellt habe. Die Probanden in den Ärztekitteln hätten deutlich besser abgeschnitten. Und auch in bedrohlichen Situationen könne ein überzeugender Auftritt den nötigen Respekt verschaffen.

Das alles präsentiert Elie Levy bei seinem Vortrag nicht im Alleingang. Das Publikum wird immer einbezogen und zum Mitmachen animiert. Einschlafen wird dabei sicher niemand. noj

Die Geheimnisse der Körpersprache: Montag, 26. September, 20 Uhr, in der Synagoge in Wittlich, weitere Informationen und Anmeldung bei der Volkshochschule unter der Telefonnummer 06571/10713927; außerdem Dienstag, 27. September, 20 Uhr, Festsaal des Hauses Beda, Karten gibt es bei der Kulturgemeinschaft Bitburg, Telefon: 06561/6001-220.Extra

Elie Levy ist in Jaffa in Israel geboren. Nach Abitur und Militärdienst begann er seine Ausbildung in Israel, bei der er über Sprechtheater und Tanz zur Pantomime fand. Er vertiefte seine Kenntnisse in Paris bei Etienne Decroux, der eine besondere und strikte Methodik der Körperausbildung lehrt. Seit 1981 lebt Levy mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Hamburg. Neben Vorträgen zum Thema Körpersprache gibt er auch Pantomime-Workshops.noj www.elielevy.de