Werke, die gut tun

PRÜM. "(UN)-FASSBAR" heißt die neue Ausstellung im Prümer Haus der Kultur. Drei Malerinnen und ein Bildhauer stellen 65 Werke aus. Sie versprechen "eine Ausstellung für Körper und Seele". Die ersten Besucher waren begeistert.

Temperamentvoll erläutert Sofia Camargo den Besucherinnen Margret Hennig und Anne-Claire Assion ihre Botschaften zum Bild "Göttin des Flusses Ganges". Die Augen der brasilianischen Künstlerin leuchten und ihre Arme sind ständig in Bewegung als sie von der mythologischen Symbolkraft der Schlange spricht und den Bezug zu den Religionen Christentum und Hinduismus herstellt.Die beiden Gerolsteinerinnen resümieren begeistert: "In dem Bild steckt so viel. Das ist einfach nur klasse." Adelheid Schmitz und Monika Hell aus Prüm erklären das Bild "Dem Licht entgegen" von Malerin Elke Oerter zu ihrem Favoriten. Intensiv haben sie sich das abstrakte Werk mit den schwungvollen roten und gelben Linien angesehen.

Auch Oerters Exponat "Schutzgeist", drei Quadratmeter groß, zieht viele Blicke auf sich. Wolfgang Schäfer aus Schalkenmehren hat sich für den "Urknall" von Künstlerin Heidemarie Haep entschieden. Seine Ehefrau Lydia für deren Werk "Frau mit Hund". Sie sagt: "Die warmen Erdtöne geben diesem Aquarell eine tiefe Harmonie." Neben den 54 Exponaten der Malerinnen hat Bildhauer Hans Spilker acht Tonskulpturen, eine Installation und zwei Zimmerbrunnen ausgestellt. Die Skulpturen sind sehr ausdrucksstark und stellen die vielen Facetten der Menschen dar. Dem tönernen Choleriker ist die aufgebrachte Mimik ins Gesicht gebrannt. Dem Künstler Spilker liegt seine Hommage an Rodin besonders am Herzen. Die Skulptur des französischen Bildhauers Auguste Rodin (1940 - 1917), bei dem übrigens Rainer Maria Rilke 1905 Sekretär war, thront beeindruckend auf einer Säule im Mittelgang des Kulturhauses.

Dr. Alexander Boeminghaus, Präsident der EBVK (Europäische Vereinigung Bildender Künstler Eifel-Ardennen), entscheidet sich in der Laudatio gegen die Vorstellung jedes einzelnen Künstlers, sondern erläutert den künstlerischen Aspekt, den alle vier aufgreifen: Farbe, Schönheit und Freude. Kunstprofessor Boeminghaus sagt: "Die Farbe spielt die Schönheit wider und die Auswahl der Farben löst Freude aus, wie der Regenbogen in der Natur."

Boeminghaus plädiert dafür, nicht die Werke nach gut oder schlecht zu bewerten, sondern vielmehr zu schauen: "Tun die Werke mir gut." Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm, fand dazu etliche Beispiele und meinte: "Kunst eröffnet uns neue Wirklichkeiten."

Die Ausstellung ist bis zum 7. April im Haus der Kultur zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags jeweils von 8 Uhr bis 17 Uhr sowie sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr. Informationen zur Ausstellung gibt es unter den Telefonnummern 06551/965814 oder 06591-5549.