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Wildbrücke stellt Baufirma und Straßenbauamt vor Probleme

Wildbrücke stellt Baufirma und Straßenbauamt vor Probleme

Geplant ist die Wildbrücke Heinzenberg an der A 1 schon lange. Mehr als 3,5 Millionen Euro wird sie kosten. Wie viel mehr, weiß derzeit noch niemand. Denn die Stabilität des Bauwerks stellt die Bauherrn vor Schwierigkeiten.

Kreis Euskirchen. Eigentlich sollte die neue Wildbrücke Heinzenberg am Autobahnende der A 1 bei Blankenheim bereits am 24. September ihren Beton-Überzug erhalten.
Doch die innovative Konstruktion mit einem hölzernen Bogentragwerk und einem darauf liegenden Betonrahmen in einer Dicke von bis zu 65 Zentimetern macht den Erbauern ungewohnte Probleme, so dass derzeit immer noch kein konkreter Termin für das Gießen des Betondachs feststeht. "Wir haben mehr Aufwand, als wir das vorher gesehen haben", sagt Pressesprecher Bernd Aulmann von der Regionalniederlassung Ville-Eifel von Straßen.NRW in Euskirchen.
Zuletzt habe man den 3. oder 4. Dezember zum Betonieren vorgesehen, aber auch dieser Termin könne noch nicht endgültig genannt werden.
Die Probleme resultieren daher, dass die in Holz-Beton-Bauweise errichtete Brücke so innovativ ist, dass unerwartete Probleme während der Bauphase auftauchten. Am 24. September, als Holzkonstruktion und Bewehrung schon fertig waren, gab es plötzlich massive Zweifel, ob die Holzkonstruktion die beim Betonieren entstehenden Kräfte überhaupt tragen könne. Denn bei hölzernen Verbindungsstücken, die im Scheitel und im Fundamentbereich aneinanderstoßen, waren Ungenauigkeiten aufgetreten.
Man könne noch nicht abschätzen, um wie viel die Brücke, die mit 3,5 Millionen Euro aus Mitteln des Konjunkturpakets II finanziert wird, letztendlich mehr kosten werde. Das werde sich aber in Grenzen halten, beruhigt Diplom-Ingenieur Karl-Heinz Lorbach. Wer nun die Schuld an diesen konstruktiven Schwierigkeiten trage, die ausführende Baufirma oder das Straßenbauamt, sei derzeit noch nicht geklärt. Aber sicherlich sei die Baufirma zu einem Teil schon für die Verzögerungen verantwortlich. So kann der Betonbogen nicht so wie zunächst gedacht aufgebaut werden.
Bei diesem Bogen kommt es zu Neigungswinkeln von 45 Grad. Die Baufirma nahm an, dass sie dieses Problem bewältigen könne, ohne eine besondere Schalung anzubringen. "Das hat man sich falsch überlegt", sagt Bernd Aulmann. Laut Lorbach wollte das Unternehmen bis zu einer Schräge von 42 Grad ohne Schalung betonieren. "Das ist jedoch nach dem heutigen Stand der Technik nicht zulässig." Zwar habe das Unternehmen vor Ort an einem Probeteil demonstriert, dass eine solche Arbeitsweise doch möglich sei. "Wir haben das aber abgelehnt", sagt Lorbach. Das Straßenbauamt fordert, dass ab einer Neigung von 25 Grad geschalt werden muss. Der Vorgang des Betonierens muss mit äußerster Sorgfalt erfolgen. Von beiden Seiten gleichzeitig werden jeweils zwei Betonpumpen das Material einfüllen. Die Betonierhöhen auf beiden Seiten müssen gleich sein und dürfen eine Höhen-Differenz von einem halben Meter nicht überschreiten. pe