Zusätzlicher Schutz für Motorradfahrer

Zusätzlicher Schutz für Motorradfahrer

Nach dem tödlichen Motorradunfall auf der Bundesstraße 410 zwischen Büdesheim und Lissingen soll dort ein neues Schild aufgestellt werden, damit die Kurve - die allerdings kein Unfallschwerpunkt ist - früher zu erkennen ist. Außerdem wird die dortige Leitplanke möglicherweise so ausgerüstet, dass dort niemand mehr darunterrutschen und sich verletzen kann.

Büdesheim/Prüm. Die Bundesstraße 410 zwischen Büdesheim und Lissingen. Ein 23 Jahre alter Motorradfahrer stürzt, rutscht gegen die Schutzplanke und erleidet tödliche Verletzungen - so hilfreich dieser Schutz für Autofahrer ist, so gefährlich ist er für Zweiradfahrer. Daher wird an Stellen, an denen häufig Unfälle passieren, ein zusätzlicher Schutz für Motorradfahrer angebracht. Zwei Varianten werden dabei verwendet: zum einen die sogenannten Elefantenfüße, dabei werden die Pfosten mit einer Schaumstoff-Ummantelung versehen. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, einen Unterfahrschutz anzubringen. Das ist ein durchgehendes Band aus Stahlblech, das die Lücke zwischen Planke und Boden schließt.
An der Stelle, wo der tödliche Unfall Mitte April geschah, habe es vor Jahren einmal solche Elefantenfüße gegeben, darauf weist TV-Leser Lothar Waldorf aus Büdesheim hin. Doch nach der Sanierung der Straße seien sie nicht mehr angebracht worden. Das wirft die Frage auf, wer darüber entscheidet, an welchen Stellen solche Schutzvorrichtungen hinkommen und an welchen nicht. Im Eifelkreis ist dafür eine Verkehrsunfallkommission bestehend aus Polizei, Landesbetrieb Mobilität (LBM) und Kreisverwaltung zuständig. Diese wertet die Statistiken aus und überprüft, ob und wie Unfallschwerpunkte entschärft werden. Ein besonderer Blick wird dabei auf die Unfälle mit Motorrädern gerichtet, sagt Alois Gerharz vom LBM. Dort gelten strengere Kriterien. Als Schwerpunkt gilt, wenn sich innerhalb von drei Jahren auf einer Strecke von 300 Metern mindestens zwei Unfälle mit Motorrädern ereignen, bei denen die Fahrer schwer verletzt werden. Ist dies der Fall, wird der Schutz angebracht, wobei der LBM eher auf den Unterfahrschutz setzt. "Der ist effektiver", sagt Hauptkommissar Gerhard Kauth von der Polizei Prüm. Im Jahr 2010 gab es im Bereich der Polizei-Inspektion Prüm 27 Unfälle, das waren 15 weniger als im Jahr 2009. Zwei Fahrer starben.
Der Unterfahrschutz ist allerdings teuer, rund 25 Euro kostet der Meter. Die Kosten trägt der Baulastträger, also bei Bundesstraßen der Bund, bei Landstraßen das Land. In Büdesheim, so berichtet Gerharz, hätte man die alten Elefantenfüße nicht wieder anbringen können, weil diese nicht auf die neuen Leitplanken gepasst hätten. Außerdem habe es dort seit 1995 keinen Motorradunfall mehr gegeben - so lange zumindest reichen die Aufzeichnungen des LBM zurück.
"Aber bei jedem tödlichen Unfall fahren wir raus und schauen, ob an der Stelle etwas zu verbessern ist", sagt Gerharz. "Wenn es irgendwo knallt, schauen wir natürlich auch nach", ergänzt Kauth. In Büdesheim wird der LBM nun eine neue Kurventafel aufstellen, damit die Kurve früher zu erkennen ist. Allerdings ist immer noch unklar, was die genaue Unfallursache war.
Im Juni trifft sich die Unfallkommission zu ihrem Jahrestreffen. Möglicherweise wird dann entschieden, dass auch an der Stelle auf der B 410, wo der tödliche Unfall passiert ist, ein Unterfahrschutz angebracht wird.Meinung

Kontrollieren und schützen
Zu Tausenden sind die Motorradfahrer an schönen Tagen in der Region unterwegs. Viele Gäste kommen extra wegen der herrlichen und kurvenreichen Eifelstraßen hierher. Doch gerade zu Saisonbeginn häufen sich die Unfälle, leider immer wieder mit schrecklichen Folgen. Denn immer noch fahren viele Motorradfahrer zu sorglos und zu schnell. Eine Strategie, um die Straßen sicherer zu machen, muss daher auf zwei Säulen stehen: zum einen häufigeren Kontrollen, die sich gezielt auf Motorradfahrer richten. Damit lässt sich der eine oder andere möglicherweise sensibilisieren, bevor es zu Unfällen kommt. Zum anderen müssen natürlich Gefahrenpunkte nach bestem Wissen entschärft werden, damit Stürze, wenn sie denn passieren, wenigstens glimpflicher ausgehen. c.brunker@volksfreund.deUNFALL AM WOCHENENDE


Ein 54-jähriger Motorradfahrer verletzte sich am Samstagnachmittag schwer, als er mit seinem Motorrad die Langemarckstraße in Prüm in Richtung Tiergartenstraße befuhr. Als er abbremste kam er auf einem Kanaldeckel ins Rutschen und stürzte. Er wurde vom DRK und Notarzt erstversorgt und anschließend ins Krankenhaus gebracht. red

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