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Soziales
Damit Bitburg nicht Chemnitz wird

Auch die Bitburger Moschee kann bei der „Interkulturellen Woche“ besucht werden.
Auch die Bitburger Moschee kann bei der „Interkulturellen Woche“ besucht werden. FOTO: jansen harald
Bitburg . Das Motto der Interkulturellen Woche lautet „Vielfalt verbindet“. In unruhigen Zeiten werben die Organisatoren für Offenheit. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Auch 1975 haben Debatten über Migration die Gesellschaft geprägt. Gastarbeiter, die der Staat selbst angeworben hatte, waren gekommen, um zu bleiben. Und damit konnten oder wollten Teile der Bevölkerung nicht umgehen. Nicht umsonst gelten die Siebziger als Geburtsstunde deutscher Neo-Nazis. Doch 1975 war auch das Jahr, in dem die Kirchen den „Tag des ausländischen Mitbürgers“ ins Leben riefen, der später „Interkulturelle Woche“ heißen sollte.

Heute beteiligen sich rund 550 Gemeinden an der Veranstaltungsreihe Ende September – darunter auch Bitburg. Unter anderem wirken das DRK, der Beirat für Migration und die Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral mit. In Vorträgen, Filmvorführungen und Theaterstücken wird für mehr Offenheit im Umgang mit Ausländern geworben. Und das scheint über vierzig Jahre später genauso nötig wie 1975. Mit der Flüchtlingswelle kam 2015 der Rassismus wieder. Rechtsradikalen sind auf dem Vormarsch, machen mit Aktionen wie jüngst in Chemnitz  auf sich aufmerksam. Dem setzen die Eifeler die „Interkulturelle Woche“ entgegen. Das Programm im Überblick:

Vortrag: „Somalia - ein Staat am Abgrund“, 12. September, 19 Uhr, Pfarrheim St. Peter, Bitburg: Im Eifelkreis leben viele Geflüchtete aus Somalia. Beim Vortrag von Florian Pfeil können Zuhörer das afrikanische Land kennenlernen. Pfeil ist der Leiter der Fridjof- Naansen Akademie und beobachtet Somalia und Eritrea seit Jahren.

Moschee-Besuch, 17. September, 17-21 Uhr, Treffpunkt: Haus der Jugend, Bitburg, Kosten: 5 Euro: Es gibt unzählige Vorurteile über den Islam. Rechtspopulisten setzen Muslime gerne mit Fundamentalisten gleich. Wer lieber mit den Gläubigen spricht als über sie, ist zum Besuch des Gotteshauses in Bitburg eingeladen.

Theaterstück: „Oh Gott, die Türken integrieren sich“, 21. September, 19.30 Uhr, Haus der Jugend, Bitburg: Ulüm heißt die einzige professionelle türkische Theatergruppe in Deutschland. In dem satirischen Stück, das die Schauspieler in Bitburg vorführen, gehen sie humorvoll mit Ängsten und Vorurteilen um.

Film: „TreVirus“, 24. September, 18 Uhr, Skala-Kino-Center Bitburg: Mit Flüchtlingen aus Trier hat Regisseur Stefan Bastians einen Film gedreht. Nach der Vorführung können Besucher mit ihm diskutieren.

Kulturtreffpunkt: „Come Together“, 24.-28. September, 16.30 Uhr-18 Uhr, 29. September, 9-13 Uhr, alte Kaserne, Bitburg: Die Stiftung des Beda-Instituts  bringt Familien  verschiedener Herkunft zusammen.

Vortrag: Flucht aus Eritrea, 26. September, 17 Uhr, Mehrgenerationenhaus Bitburg: Rudi Friedrich vom Verein Connection spricht über die Situation eritreischer Frauen.

Abschlussfest, 29. September, 10-17 Uhr, alte Kaserne, Bitburg: Das DRK lädt Interessierte zum Fest ein.