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Trockenes Wetter
Bauernverband: „Noch ist es keine Katastrophe“

FOTO: dpa / Hauke-Christian Dittrich
Steffeln/Bitburg. Das trockene heiße Wetter ist für die Landwirtschaft schwierig. Aber die Lage in der Eifel ist laut Bauernverband noch nicht dramatisch. Von Nora John
Nora John

  Das Wetter ist bei den Landwirten immer ein Thema. Das ist bei der jetzt vorherrschenden Trockenheit natürlich keine Ausnahme. So spricht auch Marco Weber, Vorsitzender des Bauern- und Winzerverbands im Vulkaneifelkreis, bei der Pressekonferenz auf dem Römerhof von Andrea Keller in Steffeln über das Wetter. „Wir sind hier noch nicht so stark wie im Norden oder im Osten betroffen“, sagt er. Im Frühjahr seien die Böden noch ausreichend mit Feuchtigkeit gesättigt gewesen.

Und zwei gute Grünschnitternten habe man im Frühjahr einfahren können. Allerdings sei die Lage für die Landwirte, die Grünflächen bewirtschaften, schwieriger, weil derzeit alles trocken sei.

Die Getreideernte sei in diesem Jahr zwei Wochen früher als im Durchschnitt und jetzt schon in vollem Gange.

Er selbst als Ackerbauer wünsche sich die nächsten zwei Wochen eher trockenes Wetter, um das Getreide einzubringen. Problematisch sei es dagegen beim Mais. Der komme jetzt in die Reifungsphase und brauche dafür dringend Wasser.

Eine Nachfrage bei Webers Kollegen Michael Horper, Vorsitzender des Eifelkreises Bitburg-Prüm, gibt ein ähnliches Ergebnis. „Natürlich ist es extrem trocken. Wir hatten aber beim Grünfutter zwei gute Schnitte“, sagt er. Es sei für dieses Jahr noch nicht alles verloren. Einbußen müsse man beim Getreide hinnehmen. Aber in den nächsten Tagen „werden die Mähdrescher rollen“, so Horper. Beim Mais sieht er dagegen ebenso wie Weber die Gefahr, dass es Einbußen gibt, wenn es während der Reife der Kolben nicht regnet. „Die Katastrophe auszurufen, dafür ist es noch zu früh“, sagt Horper, zumal der Juli generell ein trockener Monat sei. Die Starkregen im Juni wären da schwieriger gewesen.

Ein weiteres Thema des Erntegesprächs war der Strukturwandel in der Landwirtschaft. Viele Landwirte würden aufgeben, sagt Weber. Dabei handele es sich nicht nur um kleine Betriebe. „Das gibt zu denken“.

Wie Alfred Lorenz vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum bestätigt, war es im Verlauf der vergangegen 35 Jahre, seitdem er dort arbeitet, im Schnitt ein Betrieb pro Woche gewesen.  Horper  sieht die Gründe für die vielen Betriebsaufgaben in den vielen Auflagen und Standards, die immer teurer werden, aber auch in den niedrigen Preisen. Diese lägen 20 bis 30 Prozent unter dem, was Landwirte brauchen, um wirtschaftlich zu arbeiten.

Ein Problem gibt es auch bei der Ausbildung von jungen Leuten. Von ehemals sieben Landwirtschaftsschulen gibt es laut Alfred Lorenz nur noch eine. Und auch da sei die Zahl der Schüler zurückgegangen.

„Es ist ein wunderschöner Beruf“, sagt Horper. Aber die jungen Leute müssen die Zuversicht haben, dass sie ihre Investitionen in den nächsten 20 bis 30 Jahren wieder erwirtschaften können.