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Geschichte
Im neuen Buch geht es um die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg

Gerolstein. Autor Norbert Brochhausen befasst sich in seinem neuen Buch mit der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

(red) Vor gut drei Jahre ist das Buch „Der 1. Weltkrieg in der Pfarrgemeinde Gerolstein-Roth“ von Autor Norbert Brochhausen, niedergelassener Arzt in Gerolstein, erschienen. Darin ging er auf fast 300 Seiten mit vielen Originaldokumenten und Fotos der Frage nach, wie die Menschen der Region vom Krieg betroffen waren und welche Schicksale dahinterstanden. Nun hat Brochhausen ein neues Werk vorgelegt.

Auch diesmal stehen die Dörfer der Pfarrei (Kalenborn, Müllenborn, Roth und Scheuern) wieder im Mittelpunkt, wenn auch zum besseren Verständnis bestimmter Abläufe und Zusammenhänge Nachbarorte mit in die Betrachtung einbezogen werden. Als chronologische Fortsetzung des ersten Buchs behandelt der Autor die Zeit, die nach dem 1. Weltkrieg mit der Weimarer Republik sowie mit den Jahren der französischen Besatzung beginnt, befasst sich weiter mit den Themen passiver Widerstand, Hyperinflation und Separatistenzeit. Alle diese Ereignisse haben ihren Niederschlag auch in den Eifeldörfern gefunden, wo die Menschen mit diesen Ereignissen fertig werden mussten. Neben diesen Wirrnissen politischer Natur geht das Buch auch auf das gewerblich-wirtschaftliche sowie auf das schulische Leben in unseren Dörfern in den 1920er Jahren ein. Und wie erlebten die Bewohner der Pfarrei die Jahre des Nationalsozialismus und die Jahre des Krieges, gegen dessen Ende in den ersten Märztagen des Jahres 1945 unsere Dörfer im Frontgebiet lagen und der westlich vorgelagerte Ammelsbüsch für einen Tag die Hauptkampflinie bildete?

Der Autor erinnert an die Soldaten aus der Pfarrei, die gefallen sind, und stellt die Stationen ihres Einsatzes und wenn möglich den Ort vor, an dem sie gefallen sind. Da, wo die Umstände gut dokumentiert sind, geht er näher auf das Schicksal der Gefallenen ein. Auf das Kriegsende folgte die zweite französische Besatzungszeit mit der Entnazifizierung, der Hamsterzeit, den Beschlagnahmungen und Ablieferungen, den Schulspeisungen, dem Wiederaufbau der Bahnanlagen und Brücken sowie dem Wiederherrichten der Straßen. Ein Kapitel des Buches ist den Gefangenen beider Seiten gewidmet, soweit ihr Los sich auf die Orte der Pfarrei bezieht.