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Mal rau, mal besinnlich

THALFANG. (ff) Ein Orgel-Konzert zum Jahresabschluss: Organist Reiner Stolp und Pfarrer Winfrid Krause erinnerten mit einem Orgel-Konzert in der evangelischen Kirche an die Ereignisse im zurückliegenden Jahr 2005.

Ein Muss für jeden Fernsehsender oder eine Tageszeitung ist zur Jahreswende die Rückschau auf die vergangenen Monate. Dies in einer Kirche mit Orgelmusik zu tun, ist vollkommen neu, erzielt aber eine nachhaltige Wirkung. Der Organist Reiner Stolp aus Bäsch spielte in Thalfang zwölf ausgewählte und von ihm selbst arrangierte Werke. Pfarrer Winfrid Krause las Texte, passend zu den Themen Naturkatastrophe, Krieg, Not und Elend und den alltäglichen Problemen, mit denen jedermann konfrontiert wird. "Ich möchte alle Höhen und Tiefen in einer Sinuskurve wiedergeben", erklärte Reiner Stolp. In "Hunsrück ist Heimat" führte Stolp den Zuhörer mal rau und im nächsten Moment zärtlich durch den Hunsrück. "Besinnung in 2005" von Antoni Chlondowski beginnt ruhig und steigert sich in einen Aufruf zur Achtung der Menschenrechte und der Nächstenliebe. In Gedanken versunken erlebten die wenigen Zuhörer ihren eigenen Jahresrückblick. Mit Edvard Griegs "Ballade" war das Orgelkonzert an seinem dunkelsten Punkt angelangt. "Das war schwere, melancholische und sehr nachdenkliche Musik", sagt Melanie Näher aus Deuselbach. Hoffnung, Motivation und Lebensfreude vermittelte die Improvisationen der Cat-Stevens-Klassiker wie "Morning has broken". Mit "Freudenfest", einer sizilianischen Volksweise, neigte sich alles wieder zum Guten. "Es ist an der Zeit mit Edvard Grieg danke zu sagen", bat Pfarrer Krause die Zuhörer. "Schön ruhig, ein Jahresausklang mit viel Besinnung", resümierte ein Besucher treffend. Das Tongemälde fand in einem abschließenden englischen Kirchenlied seinen Ausklang. Pfarrer Krause bedankte sich beim Organisten und Ideengeber Reiner Stolp für das gelungene Konzert und wünschte den wenigen, aber zufriedenen Zuhörern, einen guten und erfolgreichen Start ins Neue Jahr.