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Bildung
Morbacher Gesamtschule sucht einen neuen Leiter

 Für Stefan Philippi, derzeit noch Schulleiter der Morbacher IGS,  beginnt ein neuer Lebensabschnitt. 
Für Stefan Philippi, derzeit noch Schulleiter der Morbacher IGS,  beginnt ein neuer Lebensabschnitt.  FOTO: Christoph Strouvelle
Morbach. Stefan Philippi verlässt nach neun Jahren die Morbacher IGS. Während seiner Amtszeit haben die ersten Schüler in Morbach ihr Abitur abgelegt.

Auf zu neuen Ufern heißt es für Stefan Philippi, Schulleiter der Morbacher Integrierten Gesamt­schule (IGS). Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der 48-Jährige sucht nochmal eine neue Herausforderung und hat sie an der Ostseeküste gefunden. Am 1. April 2019 übernimmt er die Schulleitung des Katharineums in Lübeck, dem ältesten Gymnasiums der Stadt. „Die familiäre Situation war für eine Veränderung günstig“, sagt er. Die beiden erwachsenen Söhne seien gerade ausgezogen, so dass sich ihm die Chance geboten habe, sich neu zu orientieren. Zu Beginn seines Studiums sei er in Flensburg gewesen. „Schon damals habe ich gedacht: Wenn sich die Gelegenheit ergibt, gehe ich wieder nach Schleswig-Holstein.“

Philippi war 2010 an die Morbacher IGS gekommen. Nach dem plötzlichen Tod seines Vorgängers Hans-Joachim Gärtner hat er gemeinsam mit seinem jetzigen Stellvertreter Peter Geisenhainer die IGS erst interimsmäßig geleitet, bis er dann 2011 als Schulleiter bestätigt wurde. Das Ziel sei damals gewesen, die Schule für eine Oberstufe aufzubauen. „Die Region hatte die Sehnsucht nach Abitur in Morbach“, sagt er. Mit Erfolg: 2018 konnte der erste Jahrgang an der IGS die Abiturzeugnisse empfangen.

Die Meilensteine während der Amtszeit Philippis seien zum einen die vielen Bauten gewesen, die während seiner Zeit erfolgt sind, wie das Mensagebäude mit Bibliothek und der neue Trakt mit weiteren Unterrichtsräumen für die Oberstufe. „Wieviel Millionen verbaut wurden, kann ich gar nicht sagen. Es waren einige“, sagt der Schulleiter. Die Gebäude seien jetzt alle o.k. – mit Ausnahme einiger Fenster. Inhaltlich sei es darum gegangen, aus der Realschule und der Hauptschule mit der IGS etwas völlig Neues zu gestalten. „Von der Förderschule bis zum Gymnasium sind alle Schüler gut integriert“, zieht Philippi heute ein positives Resümee. Der dritte Punkt sei der Umbau des Lehrerkollegiums gewesen. Viele Lehrer habe die Schule in den vergangenen Jahren selbst eingestellt. Diese mussten mit den bisher anwesenden Kollegen zu einem Team zusammengestellt werden.

Mit den Schülerzahlen ist Philippi hochzufrieden. Insgesamt 780 Jungen und Mädchen werden von rund 80 Lehrkräften unterrichtet. Die Klassenstufen fünf bis zehn seien immer voll, die Oberstufenklassen hätten jeweils rund 50 Schüler. 70 wären ideal, „aber der Hunsrück ist halt dünn besiedelt“, sagt er.

Als Herausforderung für seinen Nachfolger sieht Philippi das „Feintuning“ in der IGS: Werden die jeweiligen Lerngruppen von den Lehrern mit dem gleichen Niveau unterrichtet, wie kommt die Schule zum schnellen Internet? Derzeit hängen etwa 80 Rechner an zwei Leitungen mit jeweils 16 000 Kilobyte.

Wie geht es weiter mit der Schulleitung? Vorläufig übernimmt diese Funktion sein Stellvertreter Geisenhainer, sagt Philippi. Insgesamt rechnet er mit einer längeren Vakanz der Stelle. Die Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde in Trier weiß seit 31. Januar, dass sie die Stelle ausschreiben darf. Mit der Ausschreibung, den Bewerbungsfristen, dem Auswahlverfahren und den notwendigen Beteiligungen verschiedener Behörden könne einige Zeit vergehen, bis ein neuer Schulleiter offiziell eingeführt werden kann, sagt er. Philippi: „Man sagt intern schon mal: Eine Schwangerschaft geht schneller.“