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1,7 Millionen Euro fließen in drei Projekte

1,7 Millionen Euro fließen in drei Projekte

Die Bürger von Zerf müssen sich darauf einstellen, dass es 2015 in ihrem Ort gleich drei große Baustellen geben wird. Hinter der Schule ensteht für eine Million Euro ein neues Baugebiet. Am Kreisel wird für 500 000 Euro ein Gewerbegebiet mit Norma-Markt erschlossen. Und dann legt auch noch der Bund dieses Jahr mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt (B 407) los.

Zerf. Noch ist davon nichts zu sehen, und es rollen nirgends die Bagger. Aber schon jetzt ist sicher: 2015 wird das Jahr der Großbaustellen in Zerf, dem mit 1530 Einwohnern zweitgrößten Ort der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See.
Denn dort starten in den nächsten Monaten die Arbeiten für gleich drei bedeutsame Projekte. Für die Erschließung des Neubaugebiets Schulstraße II hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung im nichtöffentlichen Teil den Auftrag an eine Baufirma vergeben. 36 Grundstücke wird die Gemeinde dort bereitstellen. Im ersten Schritt, dem sogenannten Vorstufenausbau, wird eine Million Euro investiert, um Platz für Häuslebauer zu schaffen. "Da liegen wir 400 000 Euro unter der ursprünglichen Kostenschätzung der Verwaltung in Kell", sagt Ortsbürgermeister Dieter Engelhardt (SPD). Dieses Ergebnis hat die öffentliche Ausschreibung der Arbeiten und die daraufhin eingegangenen Angebote der Firmen gebracht.
Anfragen von Bauinteressenten


Laut Engelhardt gibt es inzwischen bereits die ersten konkreten Anfragen von Privatleuten, die in Zerf ein Eigenheim errichten wollen.
Für das kleine Gewerbegebiet, das in der Nähe des Kreisels entstehen soll, liegt sogar schon ein Bauantrag vor: Der Lebensmittel-Discounter Norma will dort eine Filiale errichten. Hinzu kommen ein Stehcafé, eine Bäckerei und eine Volksbank-Filiale. Rund 500 000 Euro kostet es die Gemeinde, aus der grünen Wiese am Kreisel ein Gewerbegebiet zu machen. Obwohl die Ansiedlungspläne von Norma im Ort nicht unumstritten sind, hatte sich der Rat in der Vergangenheit mehrheitlich hinter das Projekt gestellt (der TV berichtete mehrfach).
Das dritte Projekt wird die größten Auswirkungen für die Bewohner von Zerf, aber auch für viele Auswärtige haben. Es ist der Ausbau der Bundesstraße 407 (Hunsrückhöhenstraße). Was dieses Vorhaben angeht, wird der 18. März ein wichtiges Datum für Zerf sein. An diesem Tag stellt der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier dem Rat und damit der Öffentlichkeit die Ausbaupläne für die Ortsdurchfahrt vor. Danach wird zum Beispiel klar sein, wann die Arbeiten auf der B 407 beginnen sollen. Das Bauprojekt des Bundes will der Zerfer Rat mit dem Ausbau der Poststraße verknüpfen, die direkt von der B 407 abzweigt und eine Gemeindestraße ist. Auf Antrag von Michael Finkler (Bürgerunion Offene Kommunalpolitik, BOK) soll ein Planungsbüro die Kosten für einen Vollausbau der kompletten Poststraße ermitteln. "Sie sollte gemeinsam mit der Bundesstraße saniert werden. Denn die Firmen und ihre Maschinen sind dann ja ohnehin da", sagte auch Ortschef Engelhardt. Auf Antrag der Fraktion Gemeinsam für Zerf (GfZ) hat der Rat zudem ein Investitionsprogramm mit weiteren Projekten für die nahe Zukunft aufgestellt (siehe Extra). Dieses sieht Engelhardt aber eher als "Wunschzettel". Er gehe davon aus, "dass wir nicht alles bei der Kommunalaufsicht durchbekommen werden".
Mit Blick auf die Gemeindefinanzen steht für Zerf noch ein weiterer wichtiger Termin unmittelbar vor der Tür. Am 26. Februar entscheidet der Verbandsgemeinderat Kell über den Flächennutzungsplan und damit über die künftigen Windkraftstandorte. "Dadurch entscheidet sich erst, wie unser Haushalt aussieht", sagt Engelhardt. Die Gemeinde hofft auf die Errichtung von bis zu zehn Rädern auf ihrem Gebiet. So lange unklar ist, ob Zerf mit seinem Standort an der Landesstraße Richtung Weiskirchen zum Zug kommt, will die Gemeinde nicht der Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) in Kell beitreten. Die kommunale Energiefirma will Anlagen in Eigenregie aufstellen und betreiben. Ihr gehören bisher acht von 13 Orten der Verbandsgemeinde Kell an.

Extra

Für die Poststraße sind 40 000 Euro Planungskosten in diesem Jahr und 160 000 Euro für den Ausbau 2016 eingestellt. Für die Sanierung der Ruwertalhalle sollen im Haushalt 180 000 Euro bereit gestellt werden. Eine halbe Million Euro kostet die Erschließung des neuen Gewerbegebietsam Kreisel. Die Gemeinde will 2016 für 25 000 Euro ein Dorf-innenentwicklungskonzept erstellen lassen. Die Erschließung des Neubaugebietes schlägt zunächst mit rund einer Million Euro zu Buche. Rund 15 000 Euro wird ein neuer Spielplatz im Baugebiet kosten. Der Kindergarten soll für 35 000 Euro neues Mobiliar bekommen. doth