Auch Fahrer können etwas gegen Staus tun

Auch Fahrer können etwas gegen Staus tun

Ein Kreisel zwischen L 136 und B 419 in Temmels soll Autofahrern künftig den Weg zwischen Konz und der Obermosel erleichtern. Die Bauphase bringt allerdings Einschränkungen mit sich. Und die Kritik der Autofahrer an der Baustellenampel ebbt auch nach einem TV-Bericht Anfang Oktober nicht ab. Doch jeder einzelne Fahrer könnte die Wartezeiten mit richtigem Verhalten verkürzen.

Temmels. Fast 14 000 Autos zwängen sich jeden Tag an der Ampel auf der Bundesstraße 419 in Temmels vorbei. Die Anlage bremst den Verkehr aus, ist aber notwendig, weil an der Kreuzung zwischen L 136 und B 419 ein Kreisel auf der wichtigsten Straße an der Obermosel gebaut wird. Mit diesem Kreisel soll künftig der Verkehr - vor allem aus Richtung Tawern und Saarburg - besser auf die Bundesstraße gebracht werden. Dadurch soll es weniger Konfliktsituationen geben. Die 15-monatige Bauzeit bringt jedoch zunächst mehr Konflikte, Staus und Stress mit sich. Problematisch wird es vor allem in den Abendstunden. Zwischen 17 und 18 Uhr staut sich der Verkehr fast jeden Tag bis zur Moselbrücke bei Wellen zurück.

Der Pendler: Einer, der jeden Tag mit der Ampel zu kämpfen hat, ist Gerd Maenhout. Er wohnt im Konzer Wohngebiet Roscheid und arbeitet in einer Bank in Luxemburg.
Die Ampel kostet ihn jeden Tag Zeit und Nerven. Er habe gehört, dass die Ampel intelligent programmiert worden sei, sagt Maen hout. Davon sei aber kaum etwas zu spüren.

Testfahrt der Verwaltung: Michael Naunheim, Pressesprecher der Verbandsgemeinde Konz, erläutert, dass die Verwaltung eine Testfahrt gemacht habe. Mitarbeiter haben sich demnach um 17.25 Uhr aus Nittel kommend an der Auffahrt zur Brücke Grevenmacher in den Verkehr Richtung Temmels eingeordnet. "Innerhalb von vier bis fünf Minuten waren sie dank der optimalen Schaltung der Ampelanlage durch die Baustelle in Temmels", sagt Naunheim. Die VG-Verwaltung wolle in Absprache mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier auch weiterhin sicherstellen, dass die Ampel richtig auf das Verkehrsaufkommen eingestellt sei. Eine Zählung des LBM ergab kürzlich, dass in den Abendstunden in einer Grünphase 50 Autos von Wellen in Richtung Oberbillig durchkommen (der TV berichtete). Das ist laut Naunheim ein guter Wert.

Was Autofahrer tun können: Die Erfahrung zeige, dass das Verhalten der Autofahrer selbst zu unnötigen Stauzeiten an Ampeln führe. Die Radar- oder Infrarottechnik der Ampel erkenne größere Lücken. Wenn zum Beispiel Autos schon weit vor der Ampel auf die Gegenfahrbahn führen, werde das heranfahrende Fahrzeug nicht mehr erkannt. Und sobald die Lücken zu groß würden, reagiere die Ampel entsprechend und schalte auf Rot. Fahrer sollten daher direkt auf die Ampel zufahren und erst spät auf die andere Fahrbahn wechseln, sagt Naunheim. "Richtiges Verhalten der Autofahrer wird zu kürzeren Wartezeiten an den Ampelanlagen führen."

Fazit: Pendler Maenhout sieht ein, dass die Autofahrer selbst für längere Staus mitverantwortlich sind. Er habe der Verwaltung deshalb vorgeschlagen, die Verkehrsteilnehmer mit Schildern auf das richtige Verhalten hinzuweisen. Das sei aber abgelehnt worden.

Stand: Zurzeit läuft der vierte von neun Bauabschnitten. Die Baustelle ist kürzlich weiter Richtung Oberbillig gewandert. Neben dem Kreisverkehr werden neue Bushaltestellen, neue Abbiegespuren und mehrere Querungshilfen gebaut. Der LBM rechnet damit, dass die 2,2 Millionen Euro teuren Bauarbeiten noch bis Ende Oktober 2017 dauern. Die Behörde hat in der Vergangenheit darauf verwiesen, dass mit einer Vollsperrung schneller und günstiger gearbeitet werden könne. Anlieger und Geschäftsleute hatten sich aber dagegen ausgesprochen, weil sie um ihre Umsätze fürchten, wenn der Verkehr in Temmels ausbleibt.