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Eine Reise von New York bis zum Zuckerhut

Eine Reise von New York bis zum Zuckerhut

Das Publikum wurde beim Jahreskonzert des Musikvereins Kirf durch die beiden amerikanischen Kontinente geführt. Von den Weiten der Prärie bis zu den heißen Gefilden Kubas wurde die Neue Welt zum Klingen gebracht. Blickfang waren nicht nur die passenden Videos, sondern vor allem die beiden brasilianischen Tänzerinnen.

Saarburg/Kirf. "Jetzt kommen zwei Tänzerinnen. Die sind wirklich heiß", verspricht der Dirigent des Musikvereins Kirf, Christian Deuschel, seinen 500 Gästen in der Saarburger Stadthalle. Eine musikalische Reise von Alaska bis zur Südspitze des amerikanischen Kontinents geht halt nicht ohne Rio. Aline und Vanessa, die beiden spärlich bekleideten Hingucker, werden wohl in Erinnerung bleiben - und damit auch das ganze Konzert.
"Ursprünglich wollten wir in diesem Jahreskonzert nur lateinamerikanische Musik machen", erklärt Vorsitzender Benno Biwer. Doch in diesem Verein gibt es viele Stimmen, die mitbestimmen. Nach und nach setzte sich das Puzzle der Präsentation zusammen. Die Musik alleine reichte nicht. Die Stücke wurden durch starke Bilder und Videos auf einer großen Leinwand unterstützt. Im ersten Teil bewachte die Freiheitsstatue von New York das Konzert, im zweiten die Christus-Statue, neben dem Zuckerhut das zweite Wahrzeichen von Rio de Janeiro.
Sechs Monate probten die 46 Musiker für diesen Abend. Unter ihnen Peter Huber, der mit acht Jahren bei diesem Verein anfing und jetzt für ein halbes Jahrhundert aktives Musizieren von Stefan Maximini vom Kreismusikverband mit einem Ehrenbrief geehrt wurde.
Die Musiker-Gene wurden dem Trompeter in die Wiege gelegt: "Vater Albert war schon dabei, und Onkel Nikolaus war sogar Dirigent." Früher seien Operetten, Märsche und Volkslieder gespielt worden, weiß Huber, und fügt hinzu: "Im Laufe der Zeit sind die Stücke immer schwieriger geworden. Da lernt man als Musiker nie aus." Mit Theresa Sauerwein (16) am Altsaxofon und Lisa Krista (11) an der Klarinette spielten erstmals zwei Nachwuchsmusikerinnen beim 46-köpfigen Orchester mit. Beide hatten fleißig geübt. "Das ist eine gute Gemeinschaft, da braucht man nicht nervös zu sein", findet Theresa.
Eine besondere Herausforderung ist bei südamerikanischer Musik aus Sicht des Dirigenten Christian Deuschel der Rhythmus: "Das haben wir halt nicht so im Blut." Doch die Rhythmus-Abteilung gab so richtig Gas, vielleicht auch, weil die beiden Tänzerinnen einen ansehnlichen Ansporn lieferten.
Souverän leitete Deuschel seinen Klangkörper, ohne Notenpult und mit einigen Trompetensoli. Die Trompete ist das Instrument, von dessen Beherrschung er im Saarländischen Staatsorchester Saarbrücken lebt. Stücke von George Gershwin, Cole Porter, Antonio Carlos Jobim, ja sogar Carlos Santana standen im Programm, obwohl da so mancher Fan die rote Gitarre des Meisters vermisste. Als Zugabe kehrte das Orchester wieder nach New York zurück, mit der Hymne auf die Stadt, die niemals schläft. doth